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6. MAI 2010

Ganztagsbetrieb bei Berliner Sekundarschulen trifft auf hohe Akzeptanz

Der Ganztagsbetrieb an Berlins Schulen nimmt Gestalt an und trifft auf hohe Akzeptanz an den Schulen: Über die bisherigen schon als Ganztagsschulen arbeitenden Gesamtschulen hinaus werden die neuen Integrierten Sekundarschulen für alle Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen Kombinationen aus Unterricht und Aktivitätsangeboten bis in den Nachmittag in ihr jeweiliges Profil aufnehmen.

Alle neu startenden Integrierten Sekundarschulen haben inzwischen entschieden, bei der Gestaltung des Ganztags auf die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern zu setzen. Daher werden diese Schulen für diese Kooperationen selbstverwaltete Etats nutzen. Diese Möglichkeit steht ihnen nach dem neuen Schulgesetz ausdrücklich zu und führt zu einem Höchstmaß an Flexibilität.

Die neuen Partner für die Schulen kommen aus so unterschiedlichen Bereichen wie dem Sport, der Musik oder Kunst, den Volkshochschulen oder von weiteren Trägern der Jugendarbeit.

In den Schulen mit Ganztagsbetrieb wird Unterricht bis in den Nachmittag erteilt, unterbrochen und ergänzt durch erweiterte Bildungs- und Betreuungsangebote. Schulen können beim Ganztagsbetrieb eigenverantwortlich festlegen, ob sie für vier Tage der Schulwoche verbindlich bis 16 Uhr Unterricht und unterrichtsfreie Zeit verknüpfen oder dies an einzelnen Tagen - in der Regel an zwei - tun.

Als Mindestangebot gibt es mit dem Beginn der Schulreform zum Schuljahr 2010/11 an allen Schulen einen sogenannten "offenen" Ganztagsbetrieb, der es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, bis 16 Uhr entsprechende Bildungs- und Betreuungsangebote in Ergänzung zum Unterricht wahrzunehmen.

Über neunzig Prozent der Sekundarschulen des kommenden Schuljahres - in absoluten Zahlen 107 von 115 - werden jedoch deutlich über dieses Mindestmaß an Ganztagsbetrieb hinausgehen. Sie wählen für die gesamte Schülerschaft verbindlich eine sogenannte "teilgebundene" oder voll "gebundene" Form des Ganztagsbetriebs.

Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke (SPD), Landessportbund-Präsident Klaus Böger und der Vorsitzender der Landessportjugend Tobias Dollase unterzeichneten zum Auftakt für die konkrete Ausgestaltung dieser neuen Kooperationen am heutigen Donnerstag die Rahmenvereinbarung Sport. Aus dieser Rahmenvereinbarung geht auch ein Mustervertrag hervor, der Schulen die Vereinbarung mit Sportvereinen erleichtert. Weitere Rahmenvereinbarungen zum Beispiel für die Bereiche Musik und Träger der Jugendarbeit werden in Kürze folgen.

Staatssekretärin Zinke: "Sport spielt an Berlins Schulen schon jetzt zurecht eine große Rolle, die in ihrer Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nicht hoch genug zu schätzen ist. Sport macht selbstbewusst; Sport unterstreicht die Bedeutung von Gesundheit und Eigenverantwortung, Sport ist Ausgleich und Ergänzung im Schulalltag. Sport fördert die Persönlichkeitsentwicklung, das soziale Lernen sowie viele andere Kompetenzen, die im Leben wichtig sind. Ich danke dem Landessportbund und der Sportjugend für die gelungene und sportlich schnelle Unterstützung bei der Umsetzung der Schulreform. Berlins Schulen nehmen die neuen Chancen, die die Schulreform bietet, eigenverantwortlich wahr. Dies unterstreicht auch der Umstand, dass alle Schulen von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Mittel für die Kooperationen als frei verfügbare und flexible Etats zu nutzen."

Landessportbund-Präsident Klaus Böger: "Die Kooperationsangebote an den Schulen bilden eine Brücke zu den Sportvereinen, die einen Teil der Schülerinnen und Schüler an den Vereinssport heranführt. Sportvereine müssen sich auf die veränderte Schullandschaft einstellen, wenn sie sich nicht ins Abseits geraten wollen. Es gilt, die Herausforderungen anzunehmen und die Organisationsentwicklung auf neue Aufgaben auszurichten. Die deutschen Sportvereine haben sich in ihrer fast 200-jährigen Geschichte als ein sehr anpassungsfähiges und flexibles System im sozialen Wandel erwiesen."

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