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13. JULI 2009

Mehr Berufsberatung für Schülerinnen und Schüler in schleswig-holsteinischen Ganztagsschulen

"Eines der wichtigsten Ziele von Schule ist es, jungen Menschen einen erfolgreichen Start in die Berufswelt zu verschaffen. Durch die Instrumente der neuen Kooperationsvereinbarung können sich Schülerinnen und Schüler noch besser auf diesen Schritt vorbereiten." Das sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Beide unterzeichneten die "Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung in Schleswig-Holstein".

Mit der Weiterentwicklung der ursprünglich 2005 geschlossenen Vereinbarung vertiefen beide Seiten ihre Zusammenarbeit. Basierend auf den guten Erfahrungen mit dem Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt" werden bereits bestehende Projekte noch stärker aufeinander abgestimmt. Zu den neuen Aspekten der Kooperationsvereinbarung gehören die Einbeziehung der Berufsberatung im Zuge des Ganztagsschulangebots, die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzuholen und die Betreuung durch Berufseinstiegsbegleiter.

"Die Berufswahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, die Menschen in ihrem Leben treffen", so die Ministerin weiter. "Deshalb benötigen sie frühzeitig Unterstützung dabei, ihre Fähigkeiten und Potenziale zu erkennen und auszubauen und für sich daraus realistische Ziele für eine erfolgreiche berufliche Zukunft entwickeln." Zwar sei die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss in Schleswig-Holstein deutlich rückläufig. Immer noch blieben nach Verlassen der Hauptschule zu viele Abgänger - mit und ohne Abschluss - ohne Ausbildungsplatz. "Nur durch die enge Verzahnung aller Partner - von Kita bis Schule und Hochschule, von Betrieben über Kammern und Verbände bis zur Bundesagentur für Arbeit - ist es zu schaffen, künftig mehr Schülerinnen und Schüler in Ausbildung zu bringen. Das ist nicht nur aus gesellschaftlicher Sicht wichtig. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Krisenmeldungen und des zunehmenden Fachkräftemangels müssen wir alles dafür tun, die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen zu stärken und ihnen einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen."

Jürgen Goecke hob hervor: "Wir dürfen keine Bildungsverlierer zulassen, die später am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kaum noch Chancen haben. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung auch unter dem Gesichtspunkt der Prävention unverzichtbar. Insbesondere die sogenannte Berufseinstiegsbegleitung - sie ist Bestandteil unserer Vereinbarung - liegt mir am Herzen. An 27 Schulen in Schleswig-Holstein stehen Berufseinstiegsbegleiter bei der Berufsorientierung und Berufswahl mit Rat und Tat zur Seite. Sie sind durchschnittlich für 20 Schüler verantwortlich und halten engen Kontakt zu Lehrern, Schulsozialarbeitern, Eltern und den Berufsberatern der Agenturen für Arbeit." Er betonte, dass diese Unterstützung in der Vorabgangsklasse beginne und normalerweise ein halbes Jahr nach Beginn einer Ausbildung ende. "Bei größeren Startschwierigkeiten können junge Menschen sogar bis zu 24 Monate über das Ende ihrer Schulzeit hinaus begleitet werden. Die Agenturen für Arbeit investieren in Schleswig-Holstein" - so Goecke weiter - "bis zum 31.01.2012 drei Millionen Euro in dieses Projekt."

Auch die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachträglich zu erwerben, hob Goecke hervor. "Er ist meist eine unverzichtbare Voraussetzung für Jugendliche und Erwachsene, um einen ersten Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt zu finden. Diesen Abschluss können sie in einer - von der Bundesagentur geförderten - Berufsvorbereitung oder beruflichen Weiterbildung erreichen. Für diese Gruppe bietet das Bildungsministerium eine zusätzliche zentrale Hauptschul-Abschlussprüfung an."

Berufseingangsklassen - ein Element der Vereinbarung - richten sich vorrangig an die minderjährigen Schülerinnen und Schüler, die die Schule nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht verlassen. Vorrangiges Ziel dieser Berufseingangsklassen ist es, mögliche berufsvorbereitende und/oder berufsqualifizierende Alternativen zu klären. Neben dem Berufsschulunterricht werden die Jugendlichen individuell betreut und beraten (Kompetenzfeststellung, Berufsfelderprobung, Qualifizierung, Coaching, Praktika). Berufsorientierung in offenen und gebundenen Ganztagsschulen bieten vielfältige Möglichkeiten, um Berufsorientierung verstärkt und die Berufsberatung als Kooperationspartner in ihr Angebot einzubinden. Vereinbarungen zwischen der örtlichen Berufsberatung und der Ganztagsschule sollen diesen Prozess befördern.

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