3. SEPTEMBER 2008

Baden-Württemberg: Mehr Ganztagsschulen und starker Zulauf beim Jugendbegleiter-Programm

"Wir unterstützen die Gymnasien bei der weiteren Umsetzung von G8 mit Mitteln zur Hausaufgabenbetreuung, mit der Möglichkeit, Ganztagsschule zu werden, und mit Empfehlungen in Fragen der Unterrichtsorganisation", erklärte Kultusminister Helmut Rau zum Start des Schuljahrs 2008/2009.

Ab diesem Schuljahr sind alle Gymnasien verpflichtet, eine Hausaufgabenbetreuung, vorrangig in den Klassenstufen 5 bis 7, anzubieten. Diese Maßnahme ist Bestandteil der "Qualitätsoffensive Gymnasium". Durchschnittlich erhält jede Schule fünf Lehrerstunden zur Organisation des Angebots und zur Qualifizierung der Hausaufgabenbetreuer sowie ein Budget für deren Aufwandsentschädigung von 4000 Euro. Insgesamt wendet das Land für die Hausaufgabenbetreuung 5,3 Millionen Euro auf. Zudem können zukünftig alle Gymnasien, die ein entsprechendes pädagogisches Konzept haben und über die notwendigen räumlichen Voraussetzungen verfügen, als Ganztagsschulen genehmigt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob es in zumutbarer Entfernung bereits ein Ganztagsgymnasium gibt oder nicht. Rau appellierte an die Gymnasien, auch die unterrichtsorganisatorischen Freiräume noch stärker zu nutzen. So soll die Hälfte der frei verfügbaren zehn Poolstunden zur individuellen Förderung in geteilten Klassen eingesetzt werden. Dies entlaste die Stundenpläne der Kinder, weil sie nicht zu den Stunden für den Fachunterricht nach der Kontingentstundentafel zusätzlich dazukämen.

"Wir unterstützen Schulen bei ihrer Entwicklung zur Ganztagsschule, weil damit mehr Spielräume für neue schulische Förder- und Integrationskonzepte verbunden sind", sagte Kultusminister Rau. Im neuen Schuljahr 2008/09 steigt die Zahl der öffentlichen und privaten Ganztagsschulen von 837 auf 1.063. Auch die Resonanz auf das Jugendbegleiter-Programm ist ungebrochen groß. Zum neuen Schuljahr nehmen insgesamt 839 Schulen teil. Das sind über 300 Schulen mehr als noch vor einem Jahr, als an 514 Schulen über 7.000 Jugendbegleiter ehrenamtlich engagiert waren. Bei den Bildungs- und Betreuungsangeboten der Jugendbegleiter handelt es sich um Aktivitäten in den Bereichen Sport, Musik, Kunst und Kultur, Wirtschaft sowie Umwelt und Naturwissenschaften oder um Angebote in der kirchlichen Jugendarbeit. "Das Programm aktiviert Schüler und Eltern, schlägt Brücken in das außerschulische Umfeld zu Vereinen und Verbänden und bereichert den Schulalltag", sagte Rau. Es habe sich zu einer Säule in der Ganztagsbetreuung an den Schulen entwickelt.

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