Eine Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Schuljahre ist - für Schülerinnen, Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulen verträglich und verantwortbar - nur zu realisieren mit echten Ganztagsgymnasien", so die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen. Die bildungspolitische Debatte und die Berichterstattung der letzten Wochen über die Umsetzung der achtjährigen Gymnasialzeit in vielen Bundesländern - von Bayern über Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen bis nach Niedersachsen und Hamburg - habe gezeigt: Mit einer Schulzeitverkürzung ohne die nötigen Rahmenbedingungen werden Kindern Lern- und Arbeitsbedingungen zugemutet, die kein erwachsener Arbeitnehmer in einem Unternehmen hinnehmen würde, und Eltern und Lehrkräfte enorm belastet.
Da dies bereits vor Jahren absehbar gewesen sei, habe die rheinland-pfälzische Landesregierung für die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf acht Jahre ein pädagogisches Gesamtkonzept erarbeitet und setze es jetzt schrittweise um, unterstrich die Bildungsministerin. Dieses Konzept stoße auf breite Akzeptanz bei den unmittelbar Betroffenen – bei Eltern wie Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aber auch Schulträgern.
Mit den Ganztagsgymnasien mit achtjährigem Bildungsgang eng verbunden sei nicht nur eine altersgerecht angepasste Erhöhung der Wochenstundenzahl, sondern vor allem auch eine Rhythmisierung des Schulalltags. Ein sinnvoller Wechsel von Phasen des Lernens neuer Inhalte, Phasen der Übung und Vertiefung und Phasen der Entspannung über den gesamten Zeitraum von 8 Uhr bis 16 Uhr spiele dabei in allen Konzepten, die die Schulen selbst auf der Basis von Rahmenvorgaben entwickelt hätten, eine zentrale Rolle. Dabei sei natürlich auch eine angemessene Mittagspause vorgesehen und ein warmes Mittagessen für alle garantiert.
Aus den Bewerbungen von insgesamt 13 Gymnasien landesweit, die sich für einen Start als achtjähriges Ganztagsgymnasium zum kommenden Schuljahr beworben hätten, seien nach gründlicher Prüfung neun Schulen ausgewählt worden. "Alle neun Angebote sind auf sehr gute Resonanz bei den Eltern gestoßen, wie sich bei den Anmeldungen gezeigt hat", betonte Doris Ahnen. Das Bildungsministerium werde die Schulen auch weiterhin unterstützen. Dazu gehöre, dass die Schulen Hinweise erhielten, auf welche Weise und an welchen Stellen in den geltenden Lehrplänen Straffungen im Sinne des exemplarischen Lernens möglich seien. Und zwar ohne dass Abstriche gemacht werden müssten an den von der KMK festgelegten Bildungsstandards und an den Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur. Zu dem Angebot gehöre zudem, dass die Schulen bei der Auswahl geeigneter Schulbücher unterstützt würden, wenn dies gewünscht werde.
"Alle Konzepte der neun neuen Ganztagsgymnasien mit achtjährigem Bildungsgang überzeugen durch hohe Qualität und dokumentieren den gemeinsamen Willen aller Beteiligten, einen neuen organisatorischen Rahmen durch neue pädagogische Überlegungen zum Erfolg für die Schülerinnen und Schüler zu führen. Ich bin überzeugt, dass das unter den vorhandenen Rahmenbedingungen auch gelingen wird", unterstrich die Bildungsministerin.