29. JUNI 2007

Bayerischer Philologenverband begrüßt Neugründung von Ganztagsgymnasien in München

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat den gestrigen Stadtratsbeschluss der Stadt München begrüßt, für 110 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren drei neue Ganztagsgymnasien zu bauen sowie bestehende Gymnasien zu erweitern. Die Stadt München würde dabei als Sachaufwandsträger den Großteil der Kosten schultern. Der Rest sowie die dauerhaft anfallenden Personalkosten müssen vom Freistaat getragen werden, sofern dieser den Bedarf anerkennt und dem Antrag der Stadt zustimmt.

"Diese Entscheidung war dringend notwendig", kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt das Vorhaben. "Die Gymnasien platzen hier einfach aus allen Nähten, da die Boom-Region München seit Jahren stark steigende Schülerzahlen aufweist. Allein fürs kommende Schuljahr ist ein Plus von 4,8 Prozent zu erwarten. In einigen Stadtteilen beträgt die Übertrittsquote mittlerweile deutlich über 70 Prozent."

Der Absicht, diese Gymnasien als echte Ganztagsschulen auszustatten, steht der bpv positiv gegenüber: "Die echte Ganztagsschule ist sicherlich nicht für jedes Gymnasium die richtige Lösung", sagte Schmidt. Im teuren München gebe es jedoch einen starken Bedarf, da oft beide Eltern berufstätig sein müssten, um finanziell zurecht zu kommen. "Diese Eltern brauchen eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder", so Schmidt. Generell sollten Ganz­tagesangebote aber immer nur bedarfsorientiert geschaffen werden. "Die Stundentafel des G8 verlangt ab der Mittelstufe Nachmittagsunterricht an einzelnen Tagen. Der sollte dann sinnvoll rhythmisiert werden können", erläuterte Schmidt. "Wir begrüßen den politischen Willen sowohl bei SPD als auch bei der CSU, Ganztagsangebote auszubauen und hoffen, dass der Bedarf vom Freistaat anerkannt wird."

Ausdrücklich begrüßt der bpv-Vorsitzende auch die Entscheidung, eines der Gymnasien im Stadtnorden zu errichten, um mehr Kinder aus bildungsfernen Schichten zu erreichen: "Nach unseren Erfahrungen besteht ein enger Zusammenhang zwischen Übertrittsquote und räumlicher Nähe zum nächsten Gymnasium. Ein möglichst engmaschiges gymnasiales Netz ist ein guter Weg, um soziale Disparitäten abzubauen."

 

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