Schulen gewinnen durch gute Ganztagsangebote bei Schülern und Eltern an Attraktivität. So gehen Schüler, die Ganztagsangebote wahrnehmen oftmals lieber zur Schule. Fast 80 Prozent der Eltern beurteilten die Teilnahme ihrer Kinder an Ganztagsangeboten im Nachhinein als richtig. Diese Ergebnisse stellte Prof. Dr. Hans Gängler von der Technischen Universität Dresden vor. Im Auftrag des Kultusministeriums untersucht der Erziehungswissenschaftler seit 2004 den Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten in Sachsen.
Wie die Untersuchungen zeigen, bevorzugen Eltern solche Ganztagsangebote, bei denen sie selbst über die Teilnahme ihrer Kinder entscheiden können. Lediglich 12,5 Prozent der Eltern sprechen sich für die voll gebundene, das heißt gänzlich verpflichtende Form aus. Ganztagsangebote werden durch Mittelschulen häufig für die individuelle Förderung der Schüler genutzt. So wurden zum Beispiel Angebote für leistungsstarke Schüler und die Hausaufgabenbetreuung deutlich ausgebaut. Fast 90 Prozent der befragten Mittelschulen nutzten Ganztagsangebote zur Förderung von leistungsschwachen Schülern. Über 90 Prozent der untersuchten Mittelschulen machten zudem Bildungsangebote aus dem musisch-künstlerischen Bereich. Ebenso häufig wurden sportliche Angebote gemacht.
Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wird durch Ganztagsangebote gefördert. So finden die meisten Schulen zum Beispiel in Sportvereinen Kooperationspartner. Für Mittelschulen und Gymnasium sind auch Wirtschaftsunternehmen wichtige außerschulische Partner. Bei Kooperationen mit öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Gerichten und bei kulturellen Einrichtungen wie etwa Museen oder Theatern liegen die Gymnasien vorn. Hier haben vor allem Grundschulen noch Potential. In der Regel werden die Kooperationen als wichtig bis sehr wichtig eingeschätzt, von den Schulen als gelungen und von über 75 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit den Noten "gut" bis "sehr gut" bewertet.
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