13. JUNI 2007

Reisen bildet

Vor einem Jahr schlossen sich auf Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die Serviceagenturen der vier Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu dem "Vierländer-Netzwerk Schulentwicklung" zusammen. Gegenseitige Schulbesuche mit Hospitationen, Informationsaustausch und Fachvorträgen standen dabei im Mittelpunkt. Nach dem vorläufigen Ende dieser Reihe ziehen einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre persönliche Bilanz der Bildungsreisen.

Am 1. Juni 2007 endete mit der Hospitation in Hamburg die erste und vorerst letzte Reihe der Hospitationen des Thematischen Netzwerks der Serviceagenturen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Im Abstand von zwei Monaten hatte die Gruppe von knapp 30 Lehrerinnen und Lehrern, Schulleiterinnen und Schulleitern sowie den Leiterinnen und Leitern der vier Serviceagenturen jeweils zwei Ganztagsschulen unterschiedlicher Schulformen in einem der Bundesländer besucht.

Ein recht aufwendiges, zeitintensives Verfahren, denn neben den Schulbesuchen war an je drei Tagen auch viel Zeit für Reflexion zwischen den Schulvertretern untereinander und mit denen der Gastgeberschulen eingeplant. Die Hamburger Supervisorin Ines Stade, eine Großgruppenmoderatorin mit Erfahrungen im Schulbereich, organisierte das straffe Programm und gab den theoretischen Input zu Themen wie Projektmanagement, Qualitätsentwicklung oder Evaluation.

Zu Beginn war die Idee eines länder- und schulformübergreifenden Netzwerks teilweise skeptisch aufgenommen worden. Was sollte eine Grundschule in Nordrhein-Westfalen aus einer Regionalen Schule in Mecklenburg-Vorpommern mitnehmen, was eine Regelschule aus Thüringen von einem Gymnasium in Hamburg lernen? Doch nach Ende der Reihe ist sich die Gruppe einig: Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen hat innerhalb eines halben Jahres so viel an Anregungen und Hilfestellungen gebracht, die schon zu konkreten Veränderungen an den eigenen Schulen geführt haben, dass eine Fortsetzung und möglicherweise Ausweitung dieser Form der Kooperation gewünscht wird.

Während so manche Fachtagung von Einzelkämpfern besucht wird, die Power-Point-Präsentationen über sich ergehen lassen, um bei Rückkehr in ihre Schulen möglicherweise fünf Minuten in einer Konferenz darüber folgenlos berichten dürfen, war in der ganz praktischen Schulentwicklungsarbeit der Nutzen für alle - inklusive der Gastgeberschulen - greifbar.

Die positive Stimmung und die Gruppendynamik wäre auch Ganztagsschulen aus anderen Bundesländern zu wünschen. Dass Reisen den Horizont erweitert, war bekannt. Nun zeigt sich, dass sie auch Ganztagsschulen verändern können, wenn ein organisierter und betreuter Rahmen wie der innerhalb des Thematischen Netzwerks gegeben ist.


Das Netzwerk startet...

Björn Steffen, Leiter der Serviceagentur Hamburg: Als die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung die Regionalen Serviceagenturen bat, thematische Netzwerke zu bilden, konnte für mich das Thema eines solches Netzwerks nur "Schulentwicklung" heißen. Es auf irgendein Teilthema zu begrenzen, hielt ich für nicht sinnvoll. Meinem Themenvorschlag haben sich die Serviceagenturen aus Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen angeschlossen.

Ines Stade, Moderatorin des Netzwerks: Die Serviceagenturen waren wegen zahlreicher anderer Anforderungen von der länderübergreifenden Netzwerkidee nicht gerade begeistert. Björn Steffen regte an, bei diesem Prozess mit einer externen Moderation zu arbeiten. So kam ich ins Spiel. Gemeinsam haben wir überlegt, wie man die Idee gegenseitiger Schulbesuche mit externer Moderation und Koordinatoren umsetzen könnte. Schließlich habe ich ein Konzept eingereicht und bin beauftragt worden, diese Reihe zu organisieren.

Mit Ganztagsschulen hatte ich zwar erst ein halbes Jahr vor Beginn des Thematischen Netzwerks zu tun. In den letzten zwei Jahren begleitete ich aber viele Halbtagsschulen zum Beispiel bei pädagogischen Konferenzen und richtete Steuergruppen ein. Aus dieser Erfahrung wusste ich, was viele Schulen benötigen und wie man sie gut ansprechen kann.

Margit Weber-Ihle, Lehrerin an der Schule für Körperbehinderte Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock: Unsere Schule ist von der Serviceagentur Mecklenburg-Vorpommern angesprochen worden, ob wir an diesem Netzwerk teilnehmen wollten. Wir haben mitgemacht, weil wir uns andere Schulen ansehen wollten, um uns inspirieren zu lassen, was wir an unserer Schule weiterentwickeln könnten.

Björn Steffen, Leiter der Serviceagentur Hamburg: Ich habe als Hamburger Gastschulen neue Ganztagsschulen ausgewählt, die an ganz bestimmten Fragestellungen arbeiten, denn die können am meisten von dieser Veranstaltung profitieren.

Jan Rambke, Schulleiter der Grund-, Haupt- und Realschule Schule am Eichtalpark in Hamburg: Wir werden im Sommer Ganztagsschule, und ich wollte viele Erfahrungen sammeln, wie man den Ganztagsunterricht vernünftig gestalten kann. Denn klar ist, dass man nicht einfach nur den Tag verlängern kann, sondern auch den Unterricht verändern muss, damit für die Schülerinnen und Schüler etwas Vernünftiges dabei rauskommt.

Frank Mantey, Ganztagskoordinator an der Gesamtschule Öjendorf in Hamburg: Ich bin seit neun Monaten Ganztagsschulkoordinator an meiner Schule. Zwar hatte ich schon einiges über Ganztagsschulen gelesen, in der Praxis aber noch nichts gesehen. Daher erhoffte ich mir viele Impulse.

Sabine Wegener, Leiterin der Serviceagentur Nordrhein-Westfalen: Ich habe Gastschulen ausgewählt, die Multiplikatorenfunktion haben. Herbert Boßhammer von der Margaretenschule in Münster und Wilhelm Barnhusen von der Paul-Gerhart-Schule in Werl sind regionale Ganztagsschulkoordinatoren, die eng mit der Serviceagentur zusammenarbeiten.

Ines Stade, Moderatorin des Netzwerks: Im Mittelpunkt des Netzwerks stand für mich, dass gemeinsame Lernprozesse initiiert werden - ich wollte weg von dem Schema der gastgebenden Schulen, die ganz toll sind, und den besuchenden Schulen, die "Danke!" sagen und wieder verschwinden. Und dieser neue Ansatz gemeinsamen voneinander Lernens hat sich total bewährt. Besonders unsere Gastgeberschulen haben mir mitgeteilt, wie wertvoll für sie die Rückmeldungen der Besucherschulen zu ihren Prozessen gewesen sind und wie motivationssteigernd es war.

Sabine Wegener, Leiterin der Serviceagentur Nordrhein-Westfalen: Ich bin eine Verfechterin der These, dass sich Schulen am besten entwickeln, wenn sie voneinander lernen, und fand es darüber hinaus spannend, länderübergreifend zu arbeiten und durch die externe Moderation Impulse für meine eigene Arbeit zu erhalten.


Das Netzwerk findet sich...

Björn Steffen, Leiter der Serviceagentur Hamburg: Schon beim Auftakt in Nordrhein-Westfalen hatte ich ein gutes Gefühl. Der entscheidende Punkt aber war für mich der Auftakt der zweiten Hospitation in Jena, als Rosa Marie Haschke von der Serviceagentur Thüringen die Schulgeschichte Jenas vor und nach der Wende schilderte. Das war ein sehr intensiver Abend.

Margit Weber-Ihle, Lehrerin an der Schule für Körperbehinderte Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock: Ich war erst sehr skeptisch, was das länderübergreifende Konzept betraf - muss man wirklich so viel durch die Gegend reisen? Aber abgesehen von dem Aufwand hat es sich doch gelohnt zu sehen, wie in anderen Ländern gearbeitet wird, wie dort die Schulstrukturen aussehen und wie verschieden die Ansätze in den Schulen sind.

Wolfgang Koß, Leiter der Serviceagentur Thüringen: Mich hat überrascht, wie schnell über Ländergrenzen und Schulsysteme hinaus ein Erfahrungsaustausch zu Stande kam. Man bekam das Gefühl, zu einer großen Familie zu gehören, die nur unter unterschiedlichen Bedingungen an der Entwicklung ihrer Schulen arbeitet.


Das Netzwerk "stiehlt mit den Augen"...

Björn Steffen, Leiter der Serviceagentur Hamburg: Mich haben die beiden Gastgeberschulen in Thüringen beeindruckt, die vor 15 Jahren quasi vollkommen neu gestartet sind und Teamarbeit völlig anders als in Westdeutschland realisiert haben.

Margit Weber-Ihle, Lehrerin an der Schule für Körperbehinderte Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock: Mir hat besonders das jahrgangsübergreifende Konzept in der Paul-Gerhardt-Schule in Werl gefallen, wo Lehrerteams gebildet worden sind, die gemeinsam für Parallelklassen vorbereiten können und sich abstimmen. Das kannte ich bisher nur aus größeren Schulen, nicht von einer kleinen Grundschule. Für uns ist das interessant, weil wir nur einzügig sind. An der Regionalen Schule in Marnitz hat mir imponiert, wie viele Kontakte diese Schule im ländlichen Bereich nach außen pflegt und dass dort Verträge auch für Einzelveranstaltungen geschlossen werden.

Katrin Zwolinski, Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien: Ich hatte mir erhofft - und diese Erwartungen sind auch erfüllt worden -, vielfältige Schulformen kennen zu lernen. Ich habe dabei auch gemerkt, dass wir in Thüringen auf keinem schlechten Weg sind und unter Bedingungen arbeiten, die es zu erhalten gilt.

Wilhelm Barnhusen, Schulleiter der Grundschule Paul-Gerhart-Schule in Werl: Überrascht hat mich, dass trotz der Unterschiede in den verschiedenen Schulformen doch viele Gemeinsamkeiten bestehen - besonders die sich überall durchsetzende Erkenntnis, dass man im Team mehr erreichen kann als als Einzelkämpfer.

Wolfgang Koß, Leiter der Serviceagentur Thüringen: Jede Schule hatte etwas Besonderes. Und wenn ich noch mal als Schulleiter anfangen würde, wäre mir nach diesen Hospitationen klar, dass man an der Basis mehr Mut haben muss, eigene Wege zu gehen, und nicht immer auf Vorgaben von oben warten sollte.

Olaf Müller, Mitarbeiter der Serviceagentur Mecklenburg-Vorpommern: Am meisten erinnert man sich an konkrete Beispiele wie die Lernwerkstatt in Münster, die Arbeitsatmosphäre in der Jenaplanschule in Jena, die Darstellung der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern der Regionalen Schule in Marnitz oder die Entwicklung von Kompetenzrastern an der Gesamtschule Mümmelmannsberg in Hamburg.

Jan Rambke, Schulleiter der Grund-, Haupt- und Realschule Schule am Eichtalpark in Hamburg: Jede Veranstaltung hat neue Impulse gegeben, die vielleicht nicht immer gerade in meiner Schule umsetzbar, aber dennoch hilfreich gewesen sind. Mir hat sich der jahrgangsübergreifende Unterricht in der Paul-Gerhart-Grundschule in Werl eingeprägt, der sich dann in der Jenaplanschule in Jena fortgesetzt hat. Die Regionale Schule Marnitz hat mir Impulse zur Teambildung gegeben. Am Gymnasium Klosterschule in Hamburg war zu sehen, wie man Jahrgänge nicht nur räumlich, sondern auch personell zusammenfassen kann, mit einer Bindung von Lehrerinnen und Lehrern an einen Jahrgang über mehrere Jahre. Mich reizt es, das an meiner Schule umzusetzen.

Katrin Zwolinski, Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien: An allen Schulen hat mich das Engagement der Schulleiterinnen und Schulleiter beeindruckt, und mir ist klar geworden, dass diese immer die Zugpferde sind. Wenn ich von meinem Kollegium mehr verlange, muss ich selber gut sein. Ist man selbst dazu bereit, kann man unheimlich viel erreichen und motivieren.



Das Netzwerk lernt...

Herbert Boßhammer, Schulleiter der Grundschule Margaretenschule in Münster: Als wir als Gastgeberschule ausgewählt worden war, haben wir Themen zusammengetragen, die wir für unsere Stärken hielten: Individuelle Förderung und die Forscherwerkstatt. Dass diese Dinge einmal sichtbar gewürdigt wurden, hatte positive Auswirkungen auf unsere Schule, zumal es durch die Presseberichterstattung und die Zusammenkunft von Gästen aus anderen Bundesländern so hoch angesiedelt war. Viele Kolleginnen hatten unsere Forscherwerkstatt bis dahin bestimmt als eine positive Geschichte angesehen, aber die Schülerinnen und Schüler sollten während der Unterrichtszeit auf keinen Fall dort hinein. Seit dem Netzwerkbesuch schicken die Kolleginnen die Kinder in die Forscherwerkstatt, und das im Unterricht Versäumte wird dann halt nachgearbeitet. Die Sichtweise auf die Arbeit der Kolleginnen in der Forscherwerkstatt hat sich ebenfalls verändert, sie wird jetzt richtig gewürdigt, nachdem es früher hieß: "Du hast doch deine Studenten, die das machen."

Grit Stahl, Lehrerin am Runge-Gymnasium Wolgast: Wir haben nach den ersten beiden Hospitationsveranstaltungen ein Resümee gezogen und eine Lehrerfortbildung für alle Kolleginnen und Kollegen angeboten. Dort haben wir unsere Beobachtungen und Erfahrungen vorgestellt, um von innen heraus den Anstoß für Veränderungen herbeizuführen. Dabei haben uns Olaf Müller und Oliver Lück von der Serviceagentur Mecklenburg Vorpommern unterstützt. In Folge dieser Veranstaltung haben sich alle noch mal grundsätzlich Gedanken über unsere Schule gemacht.

Frank Mantey, Ganztagskoordinator an der Gesamtschule Öjendorf in Hamburg: Mich hat unglaublich viel beeindruckt. Das Problem ist, dass sich vieles davon nicht ad hoc an der eigenen Schule verwirklichen lässt. Das ist teilweise etwas frustrierend. An unserer Gesamtschule setzen wir jetzt immerhin die Jahrgangsteams um.

Wilhelm Barnhusen, Schulleiter der Grundschule Paul-Gerhart-Schule in Werl: Der Besuch an unserer Schule hat eine Bestätigung für die Arbeit des Kollegiums gebracht, die man sonst in dieser Form nicht erhält. Und mit den Ideen, die man woanders aufnimmt, kann man seine eigene Arbeit verfeinern und verbessern. Konkret  habe ich aus der Lobdeburgschule in Jena Anregungen für die Arbeit mit Logbüchern in mitnehmen können.

Sabine Wegener, Leiterin der Serviceagentur Nordrhein-Westfalen: Wir sind von dem klassischen Schulbesuchsschema mit Schulführungen und Unterrichtshospitation immer mehr abgegangen, da der Erkenntnisgewinn für die Gruppe größer schien, wenn inhaltlicher Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der Gastgeberschulen geboten wurden.

Jan Rambke, Schulleiter der Grund-, Haupt- und Realschule Schule am Eichtalpark in Hamburg: Der theoretische Input von Ines Stade war durch die Bank hervorragend. Für mich war besonders die Themen Qualitätsmanagement und Projektsteuerung wesentlich. Ich war lange Zeit überzeugt, an meiner Schule keine Steuergruppe zu brauchen, habe aber nun erkannt, dass ich mich doch bemühen muss, eine Steuergruppe einzusetzen, die den Entwicklungsprozess neben der Leitungsgruppe steuert.

Herbert Boßhammer, Schulleiter der Grundschule Margaretenschule in Münster: Wir arbeiten jetzt an unserer Teambildung und sind da schon ein gutes Stück voran gekommen. Vor den Netzwerktreffen hatten zwar Kolleginnen an unserer Schule den Unterricht auch schon mal zu zweit zusammen vorbereitet - das lief aber alles unstrukturiert ab, mal an Nachmittagen, mal am Wochenende, mal in den Ferien. Keiner bekam davon so richtig was mit und konnte etwas einbringen. Nach dem Besuch in der Lobdeburgschule in Jena, in der Teamarbeit schon funktioniert und dem Kollegium ein ganzer Raum mit gesammelten Arbeitsmaterialien zur Verfügung steht, kündigte meine stellvertretende Schulleiterin Heike Sprung in unserem Kollegium an, zu einem bestimmten Thema etwas erarbeiten zu wollen - und auf einmal schleppten alle etwas zu diesem Thema an. Die Isolation hörte auf. Daraus hat sich jetzt eine Mini-Präsenzzeit entwickelt, die am Montag stattfindet: An diesem Tag sind alle bis 15 Uhr im Haus. Da kann man gemeinsam Themen vorbereiten und mit den Erzieherinnen und Erziehern sprechen, die immer beklagt haben, dass sie kaum Kommunikationsmöglichkeiten mit den Lehrerinnen und Lehrern hätten, um sich insbesondere über schwierige Kinder auszutauschen. Aus dieser Entwicklung haben wir einen Slogan für unsere Schule entwickelt: "Margaretenschule - im Team gemeinsam leben, gemeinsam lernen".

Sabine Wegener, Leiterin der Serviceagentur Nordrhein-Westfalen: Ein Schlüsselerlebnis ist für mich das Zusammenwachsen der Gruppe. Ich war zu Anfang die Verfechterin einer immer wieder aus neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammengesetzten Gruppe. Jetzt habe ich erkannt, dass zum Benennen von Schwächen und Stolpersteinen eine gewisse Vertrauensbasis Voraussetzung ist, die man nur mit einer festen Gruppe wie der unseren erreichen kann.



Die Zukunft des Netzwerks...

Ines Stade, Moderatorin des Netzwerks: Ich war bezüglich des Erfolgs dieser Veranstaltung nie pessimistisch, aber nun zum Schluss bin ich richtig begeistert. Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass diese Idee so schnell so positiv ankommt. In Zukunft müsste man bei Fortführung dieser Methode aber vielleicht darauf achten, dass die Besuchsschulen immer Mitglieder der Schulleitung entsenden, denn für Lehrerinnen und Lehrer ist es schwierig, nach der Rückkehr aus den Netzwerktreffen etwas an ihren eigenen Schulen zu bewegen, wenn die Unterstützung aus der Schulleitung fehlt.

Margit Weber-Ihle, Lehrerin an der Schule für Körperbehinderte Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock: Ich würde gerne weiter im Netzwerk mitarbeiten, um zu sehen, was von den Ideen, die man hier aufgegriffen hat, umgesetzt werden konnte. Vieles braucht ja Zeit. Ich fände es auch gut, wenn wir selber Gastgeberschule würden, damit wir sehen, wie andere unsere Arbeit einschätzen.

Frank Mantey, Ganztagskoordinator an der Gesamtschule Öjendorf in Hamburg: Das Netzwerk muss weitergeführt werden, und wir Teilnehmer müssen Multiplikatoren für unsere Bundesländer werden.

Katrin Zwolinski, Thüringisches Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien: Ich wäre sehr gerne weiter dabei, weil ich auch für meine eigene Arbeit am Thüringischen Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien unheimlich viel mitgenommen habe, zum Beispiel über Qualitätsmanagement.

Olaf Müller, Mitarbeiter der Serviceagentur Mecklenburg-Vorpommern: Ich frage mich, ob mit weniger Gastgeberschulen, mit denen man sich dafür dann intensiver befasst, nicht noch mehr zu erreichen wäre. So hat unsere Gruppe zwar unwahrscheinlich viele Eindrücke gewonnen, aber meine Sorge ist, dass es über die Eindrücke dann manchmal nicht hinaus geht. Dem Austausch mit den gastgebenden Schulen müsste in Zukunft mehr Zeit eingeräumt werden.

Wilhelm Barnhusen, Schulleiter der Grundschule Paul-Gerhart-Schule in Werl: Mir hat alles sehr gut gefallen, besonders die gemeinsame Reflexion nach den Schulbesuchen fand ich super, denn der Austausch hat das Bild, das man sich - voll von eigenen Eindrücken - selbst gemacht hatte, abgerundet.

Wolfgang Koß, Leiter der Serviceagentur Thüringen: Schulen voneinander lernen zu lassen, ist ein sehr praktischer Ansatz von Schulentwicklung. Ich würde mir eine Ausweitung wünschen, wobei ich nicht einzuschätzen vermag, wie weit man dies ausdehnen kann, sodass es beherrschbar bleibt.

Sabine Wegener, Leiterin der Serviceagentur Nordrhein-Westfalen: Ich wünsche mir nicht nur eine quantitative, sondern auch qualitative Weiterentwicklung des Netzwerks. Es gibt auch schon Nachahmer auf regionaler Ebene.

Jan Rambke, Schulleiter der Grund-, Haupt- und Realschule Schule am Eichtalpark in Hamburg: Es könnte eigentlich alles so bleiben, wie es ist - mit der Einschränkung, die gastgebenden Schulen stärker einzubinden, damit diese eine stärkere Rückmeldung bekommen. Ich wäre gerne bereit, selbst zur gastgebenden Schule zu werden, und erhoffe das auch von den anderen besuchenden Schulen, damit wir unseren Kontakt vertiefen.

Olaf Müller, Mitarbeiter der Serviceagentur Mecklenburg-Vorpommern: Man müsste die Schulen befähigen, sich in Zukunft ohne ein Thematisches Netzwerk auszutauschen. Ein Mittel dazu wäre zum Beispiel die Bereitstellung konkreter Beispiele mit entsprechenden Materialen und Informationen im Internet. Eine Ganztagsschule könnte sich als Experte für bestimmte Themen zur Verfügung stellen und von anderen Ganztagsschulen wegen einer Hospitation kontaktiert werden - ohne lange auf andere warten zu müssen.

 

Autor: Ralf Augsburg
Datum: 13.06.2007
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