In Deutschland wurden im Schuljahr 2005/2006 mehr als 1,3 Millionen Schülerinnen und Schüler ganztägig unterrichtet. Damit nahmen 15,2 Prozent der rund 8,6 Millionen Schülerinnen und Schüler des Primar- und Sekundarbereichs I ein Ganztagsangebot wahr.
Dies ergibt die Datensammlung "Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland -Statistik 2002 bis 2005" der Kultusministerkonferenz. Unterschieden werden im wesentlichen zwei Modelle: Bei der offenen Ganztagsschule steht das Angebot auf freiwilliger Basis zur Verfügung, so dass Eltern individuell entscheiden können, ob ihr Kind daran teilnehmen soll oder nicht. Bei der gebundenen Form ist die Teilnahme am Ganztagsunterricht für bestimmte Klassen, Jahrgänge (teilweise gebundene Form) oder aber die ganze Schule (voll gebundene Form) verbindlich. Die Erhebung zeigt, dass knapp drei Fünftel der Schülerinnen und Schüler (763.400 oder 59 Prozent) gebundene Ganztagsangebote nutzten.
Ganztagsschulen bieten an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot. An diesen Tagen wird den Kindern und Jugendlichen auch ein Mittagessen bereitgestellt. 8.226 Verwaltungseinheiten, also Schulen und Schulzentren, bieten Ganztagsunterricht an, 90 Prozent von ihnen waren in öffentlicher und zehn Prozent in privater Trägerschaft. Angebote, deren inhaltlicher Schwerpunkt eher auf dem Aspekt der Betreuung und nicht Beschulung liegt, werden in dieser Statistik nicht erfasst.
Die meisten Schülerinnen und Schüler (323.600) nutzten das Ganztagsangebot an Integrierten Gesamtschulen. 314.100 Kinder an Grundschulen sowie 167.800 Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen nahmen ganztägig am Unterricht teil und 149.700 nutzten den nachmittäglichen Unterricht an Sonderschulen. Damit besuchten 73 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Integrierten Gesamtschulen Ganztagsangebote und 36 Prozent der Sonderschülerinnen und -schüler. An den Hauptschulen nutzten 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler Ganztagsangebote. Bei den Schularten mit mehreren Bildungsgängen, den Gymnasien und Realschulen war der Anteil im Schuljahr 2002/2003 mit jeweils knapp vier Prozent am geringsten. Im Schuljahr 2005/2006 lag dahingegen der Anteil der Schüler im Ganztagsschulbetrieb bei den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (15 Prozent) deutlich höher als bei den Gymnasien (zehn Prozent) und den Realschulen (sieben Prozent). Auch an den Grundschulen wurden die Angebote mit knapp zehn Prozent gegenüber einem Anteil von vier Prozent im Schuljahr 2002/2003 vermehrt genutzt.
Es ist allerdings zu erwarten, dass sich die Strukturen im Ganztagsschulbereich in den nächsten Jahren erheblich verändern werden, da gegenwärtig in vielen Ländern Ganztagsangebote ausgebaut werden. Diese Entwicklung wird zukünftig im Rahmen des nationalen Bildungsberichts dokumentiert.
Die Datensammlung "Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland - Statistik 2002-2005" der Kultusministerkonferenz enthält zahlreiche Tabellen und Grafiken, die einen Überblick über die Verbreitung von Ganztagsschulangeboten in den einzelnen Ländern und in Deutschland insgesamt geben.
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