Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich für echte Ganztagsschulen stark, die nicht zwischen Unterricht und Freizeitangeboten trennen und für alle Schüler verpflichtend sind. "Das Jugendbegleiter-Konzept in Baden-Württemberg ist eine Notlösung, um schneller mehr Ganztagsschulen anbieten zu können. Für gute Schulen mit mehr individueller Förderung der Kinder und Jugendlichen brauchen wir aber echte Ganztagsschulen, in denen Profis wie Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen die Lehrkräfte unterstützen", erklärt der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem.
Die GEW berichtet von vielen Schulen, die den bisherigen Einsatz von Jugendbegleitern kritisch bewerten. "Viele Schulen klagen über den hohen Organisationsaufwand für Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitungen. Die zusätzlichen 45 Minuten pro Woche für die Schulen gleichen das bei weitem nicht aus. Wer stundenlang am Telefon sitzt, um Ehrenamtliche zu organisieren und zu koordinieren, hat weniger Zeit für die Kinder und Jugendlichen", so Dahlem. Eine vollständige Bilanz des Projekts sei aber jetzt noch nicht möglich.
Die GEW erwartet von der Landesregierung genauere Informationen, aus welchen Töpfen die Landesregierung die Jugendbegleiter finanzieren will. "870 Stellen sind bereits durch die Stellensperre und die Unterrichtserhöhung für Referendare kassiert worden. Wir befürchten, dass die Landesregierung im Herbst 2007 mehrere hundert Stellen an Grund- und Hauptschulen nicht wieder besetzen wird, um Jugendbegleiter und das Schulreife Kind bezahlen zu können. Wer Ganztagsschulen durch Stellenabbau und Flickenteppiche von Ehrenamtlichen aufbauen will, macht die Schulen zu Aufbewahrungsanstalten", so Dahlem.
Die GEW hat in zehn Eckpunkten Voraussetzungen für gute Ganztagsschulen und den Einsatz von Jugendbegleitern definiert: www.gew-bw.de.
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