16. JANUAR 2007

Hauptschulen bleiben ein Ausbauschwerpunkt im neuen Ganztagskonzept der baden-württembergischen Landesregierung

Die durch den Präsidenten des Gemeindetages Roger Kehle geäußerten Befürchtungen, dass die Hauptschulen bei dem vom Land geplanten Ausbau der Ganztagsschulen übergangen werden könnten, sind aus Sicht des baden-württembergischen Kultusministeriums nicht begründet.

Bis 2011 soll die Zahl der Hauptschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung um 200 auf dann 400 erhöht werden. Der ländliche Raum wird dabei, wie bereits bisher, ebenfalls berücksichtigt. Der Ganztagsbetrieb an diesen Schulen wird mehr pädagogische Möglichkeiten für gezielte Fördermaßnahmen von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern schaffen. Grundsätzlich soll zukünftig jeder Schüler, der auf ein Ganztagsangebot angewiesen ist, eine Ganztagsschule in zumutbarer Nähe besuchen können. Dies gilt auch für den ländlichen Raum. Bis zum Jahr 2015 sollen insgesamt 40 Prozent der allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg als Ganztagsschulen eingerichtet werden.

Das Kultusministerium und die Kommunalen Landesverbände haben im Sommer letzten Jahres einen Arbeitskreis gegründet, um gemeinsam zu beraten, mit welchen schulorganisatorischen Maßnahmen dem prognostizierten Rückgang der Schülerzahlen begegnet werden kann. Dabei spielt gerade die Schulentwicklung im ländlichen Raum eine besondere Rolle. Ergebnisse sollen noch in diesem Frühjahr vorgelegt werden. Die Partner sind sich dabei einig, dass der Hauptschule auch in Zukunft ein wichtiger Bildungsauftrag zukommt. Die demografische Entwicklung rechtfertigt keine Abschaffung der Hauptschule als eigenständige Schulart mit profiliertem Bildungskonzept.

Die Hauptschulen bleiben eine tragende Säule des dreigliedrigen Schulsystems in Baden-Württemberg. Sie bieten jungen Menschen mit praktischen Fähigkeiten eine qualifizierte schulische Ausbildung in Theorie und Praxis und sind Brücke in die duale Berufsausbildung. Eine Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts der Hauptschule ist für diese Legislaturperiode vorgesehen. Dabei steht die weitere Stärkung der Ausbildungsreife im Mittelpunkt. Beispielsweise wird eine flächendeckende Umsetzung des Praxiszuges angestrebt. Im Praxiszug lernen Schülerinnen und Schüler über einen längeren Zeitraum einen Tag pro Woche den betrieblichen Alltag kennen.

 

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