In Baden-Württemberg werden an 20 ausgewählten Ganztagsschulen erstmals Schüler-Medienmentoren ausgebildet, die ab dem Schuljahr 2006/2007 die Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 18 Jahren darauf vorbereiten, ihre medienpädagogischen Kenntnisse systematisch an Jüngere weiterzugeben und Medienangebote für die Kinder und Jugendlichen an diesen Schulen einzurichten.
Um die Schüler-Medienmentoren für ihre Aufgabe zu qualifizieren, hat das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg 15 Trainerinnen und Trainer in einer viertägigen Schulung zu Multiplikatoren für die Ausbildung von Schüler-Medienmentoren weitergebildet. Ein Großteil der Trainer sind Lehramts- oder Diplompädagogikstudierende mit dem Zusatzfach Medienpädagogik, die im Laufe dieses Schuljahres bis zu 150 Schüler-Medienmentoren in mehrtägigen Seminaren für ihre spätere Tätigkeit ausbilden. Nach Abschluss ihrer Ausbildung erhalten die Schüler-Medienmentoren ein Zertifikat des Kultusministeriums.
"Mit dem Mentorenprojekt wird das Spektrum von Ganztagsangeboten um einen wichtigen pädagogischen Baustein erweitert", sagte Kultusminister Helmut Rau. Für Kinder und Jugendliche sei der Umgang mit Medien zwar eine Selbstverständlichkeit, doch es zeige sich immer wieder, dass sie zwar technisch in der Lage sind, Medien geschickt zu bedienen, ihnen aber häufig die Ideen zum sinnvollen Gebrauch der Hardware und zum verantwortlichen Umgang mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten fehlten, fügte Rau hinzu.
Im Rahmen des von der Landesstiftung Baden-Württemberg finanzierten Pilotprojektes erprobt das Landesmedienzentrum im Auftrag des Kultusministeriums gemeinsam mit sieben Kreismedienzentren in Freudenstadt, Hohenlohe, Alb-Donau, Konstanz, Freiburg, Sigmaringen und Esslingen neue Wege der Heranführung von Jugendlichen an einen sozial verantwortlichen Umgang mit Medien in der Schule und vor allem auch in der Freizeit. Dazu eignen sich insbesondere die Ganztagsangebote und die in den vergangenen Jahren verstärkt geförderten Nachmittagsangebote, da die Medien den Freizeitbereich der Jugendlichen stark dominieren und auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen großen Einfluss nehmen.
Die Förderung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist erklärtes Ziel des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg. Um dieses Anliegen in die Wege zu leiten, beauftragte das Ministerium das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg bereits im vergangenen Schuljahr damit, das Projekt "Multimedia im Rahmen von Ganztagesangeboten" (MeGa) als Bestandteil der Medienoffensive Schule II durchzuführen. Daran nehmen derzeit 16 Schulen aller allgemeinbildenden Schularten teil. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die ländlichen Gebiete, in denen es oft schwierig ist, Experten für die Medienerziehung zu gewinnen.
Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen zu fördern, die während der Nachmittagsbetreuung oder in freien und fachbezogenen Unterrichtsphasen medien-pädagogische Inhalte anbieten. Die 16 Modellschulen erhalten neben der pädagogischen Unterstützung auch technische Gerätschaften und finanzielle Zuschüsse. Unter Anleitung von Lehrkräften, Künstlern, Medienpädagogen und Pädagogen der Kreismedienzentren entstehen Filme, Homepages, Präsentationen und Musikvideos. Das neue Angebot unterstützt den sozial verantwortlichen Umgang mit Medien in der Schule und vor allem auch in der Freizeit.
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