30. DEZEMBER 2005

Jahresrückblick 2005 - Teil 2

2005 schnellte die Ganztagsschulzahl weiter in die Höhe, das Begleitprogramm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung nahm Fahrt auf, und überall gab es spannende Entwicklungen vor Ort zu beobachten und zahllose Veranstaltungen zu dokumentieren. Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks schauen wir auf die Monate Juli bis Dezember mit dem Höhepunkt des Ganztagsschulkongresses in Berlin, an dem rund 1.400 Interessierte teilnahmen.

Juli: Ernährung ist ein wichtiges Thema - auch und gerade in Ganztagsschulen, wo das Schulessen ein wesentlicher Bestandteil des Tages ist. Auf der Tagung "Appetit auf Schule" in Berlin geht das Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung der Frage nach, wie man das vorhandene Expertenwissen rund ums Essen in die Praxis transferiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen in dem Ausbau ganztägiger Schulen eine große Chance für eine neue Kultur der Ernährung. In den Diskussionsbeiträgen reichen die Vorschläge zur Umsetzung dieser "Ernährungswende" von der Gründung regionaler Erfahrungsnetze bis zur Einführung einer Grundbildung in Sachen Ernährung.

Die Werkstatt 4a "Schule wird Lebenswelt" des Begleitprogramms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen" stellt sich in Berlin vor. Werkstattleiterin Oggi Enderlein möchte viele Professionen und Lebensbereiche mit der Ganztagsschule vernetzen und die Öffnung von Schule vorantreiben. Die "segmentierte Sichtweise auf die Kinder als Schüler, Patienten, Klienten, Kunden und Konsumenten" soll beendet werden. Zu dieser Auftaktveranstaltung sind verschiedene Partner und Initiativen eingeladen, welche die Bandbreite der ganztagsschulischen Möglichkeiten dokumentieren: Es geht zum Beispiel um Zirkuspädagogik, Stadtplanung und Gesundheitsförderung.

Die niedersächsische Kleinstadt Hasbergen ist Schauplatz des ersten Einsatzes der Mobilen Zukunftswerkstatt. Die Servicestelle Jugendbeteiligung und der Bundesarbeitskreis "Schüler gestalten Schule" verwirklichen in der Haupt- und Realschule am Roten Berg einen weiteren Baustein aus dem Begleitprogramm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen". In Kritik-, Visions- und Realisierungsphase sollen Schüler und Lehrer gemeinsam konkrete Maßnahmen beschließen, um das Lernen und Leben an ihrer Schule zu verbessern. "Zukunft selber machen", lautet das Motto der dreitägigen Veranstaltung zum Ende des Schuljahrs. Heraus kommt schnell eins: Die Kommunikation zwischen Schulleitung und Schülerschaft ist verbesserungswürdig. Weitere Forderungen aus der Schülerschaft sind die nach einem abwechslungsreicheren Unterricht mit mehr Frei- und Gruppenarbeit und der Einbindung der Umwelt. "Wir versprechen dranzubleiben", meint Schulleiter Hans-Ulrich Lingk zum Schluss.


August: Nun besitzt auch Schleswig-Holstein eine Serviceagentur, es ist die zehnte bundesweit.In der Ellerbeker Grundschule in Kiel informieren sich etwa 100 Anwesende über die Möglichkeiten, die ihnen die Serviceagentur bietet. Neben Mitarbeitern der DKJS und des schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums sind auch Fachleute aus dem Jugendministerium vertreten. DKJS-Geschäftsführerin Dr. Heike Kahl lobt diese "systematische Verankerung der Jugendhilfe" und den "integrativen Aspekt". Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave erklärt: "Unser Ziel muss es jetzt sein, dass noch mehr Schulen zu Ganztagsschulen werden und wir bei sparsamen Mitteleinsatz möglichst viel erreichen." Dabei könne die Serviceagentur mit ihren Erfahrungen, Fortbildungen, Handreichungen und Materialen helfen.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn beendet die Sommerpause mit einem Schulbesuch in Berlin-Hellersdorf. Die dortige Grundschule am Hollerbusch gehört zu den ersten Ganztagsschulen der Stadt und überzeugt mit einem breit gefächerten Angebot aus Darstellendem Spiel, Tanz, Kunst und Musiktheater sowie Fördermaßnahmen für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren der Ministerin ihre Projekte im Rahmen einer Bühnenrevue. Edelgard Bulmahn ergreift im Anschluss das Wort: "An dieser Schule können wir sehen, wie sich Lehrerinnen und Lehrer dafür einsetzen, ein maßgeschneidertes Konzept zu entwickeln, um den individuellen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Individuelle Förderung ist ein Beitrag zur Chancengleichheit der Kinder. Ein richtiger Erfolg wird eine Ganztagsschule dabei nur durch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer." Rund 900.000 Euro aus dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) des Bundes sorgen für bessere Arbeitsbedingungen. Das Geld wurde zur Komplettsanierung und Schulhofgestaltung verwendet.

Welche Möglichkeiten zur individuellen Förderung an Ganztagsschulen bestehen, zeigen zwei Berichte: An der Kasseler Gesamtschule Hegelsberg werden mediengestütztes, teamorientiertes und individuelles Lernen sowie selbst organisierte Recherchen durch das so genannte Lernatelier ermöglicht. Es erinnert von innen an eine Raumkapsel, in der sich Einzelarbeitsplätze, Gruppen- und Partnertische, ein Gruppenauditorium und ein wandtafelgroßes computergesteuertes Whiteboard befinden. An anderen Ganztagsschulen hilft das Tischgruppenmodell, Kindern mit unterschiedlich ausgeprägten Lernstärken gerecht zu werden. Fünf bis sechs Schülerinnen und Schüler lernen selbstständiges Arbeiten, das Eingehen auf den Tischnachbarn, Arbeitstechniken, die das Lernen erleichtern, und Sozialformen, die den Umgang mit den Mitmenschen vereinfachen. Qualitäten, die in der Wissensgesellschaft immer wichtiger werden.


September: Am 2. und 3. September 2005 findet in Berlin der Höhepunkt des Ganztagsschuljahres statt. Über 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind im Berliner Congress Center auf dem zweiten bundesweiten Ganztagsschulkongress von DKJS und BMBF zu Gast, der unter der Überschrift "Individuelle Förderung - Bildungschancen für alle" stattfindet. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn begrüßt sie mit den Worten: "Wir brauchen Schulen, die gelingen, weil wir den dramatischen Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg endlich aufbrechen müssen. Wenn es gelingt, eine neue Lern- und Lehrkultur mit individueller Förderung umzusetzen, werden sich die Schulen grundlegend ändern. Wir müssen das Begonnene fortsetzen, wir brauchen Ihr Engagement, Ihre Verantwortung und Kreativität." Rita Süssmuth, Gründerin der DKJS, appelliert: "Nehmt gute Ganztagsschulbeispiele und sorgt dafür, dass sie flächendeckend werden. Notwendig ist Kontinuität, nicht wieder eine Rolle rückwärts."

"Schluss mit dem defizitären Blick, der Entwicklung hemmt", fordert Karin Bossaller, Schulleiterin der Grundschule an der Gramker Heerstraße in Bremen, auf dem Kongress. "Kinder lernen auf unterschiedliche Weise - dafür muss in der Schule Platz sein. Kinder brauchen klare Lernziele, die für sie sichtbar und verständlich im Lernraum präsent sind. Lernziele, die - ausgehend von ihren Stärken - gemeinsam evaluiert werden." Der Lehrer Rainer von Groote stellt das Konzept Skola 2000 vor, das in Skandinavien Anwendung findet und individuelle Lernpläne für die Schülerinnen und Schüler, Teamarbeit für die Lehrerinnen und Lehrer und Schülerpartizipation vorsieht. "Die Verantwortung für den Erfolg der Kinder und Jugendlichen liegt bei der Schule selbst", fasst von Groote das Konzept zusammen.

Der Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg widmet sich Prof. Christian Palentien in einem Kongress-Workshop. Der Unterricht dürfe nicht immer undifferenziert auf alle ausgerichtet werden, Risikokinder müsse man gezielt ansprechen. Die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule solle intensiviert und Schule als Lernort zum Lebensort umstrukturiert werden. Statt Entmischung müsse die Heterogenität gefördert werden. "Die Möglichkeiten hierzu kann man an Ganztagsschulen wesentlich besser entwickeln", so der Wissenschaftler.

Auf dem Kongress präsentiert sich auch das Forschernetzwerk um die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG": Vertreten sind unter anderem das DIPF Frankfurt am Main mit dem StEG-Koordinator Dr. Ludwig Stecher und das Projekt "Kooperation von Schule mit außerschulischen Akteuren" des Deutschen Jugendinstituts München mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Nadine Pautz.

Was sich konkret vor Ort bewegen lässt, sei es in der Integration von Migranten, der individuellen Förderung oder der Architektur der Räume, zeigen Reportagen und Interviews von der Nils-Holgersson-Grundschule im sächsischen Großlehna, der Grundschule Köllnische Heide und der Spreewald-Grundschule in Berlin.


Oktober: Zwei Tage lang diskutieren über 100 Lehrerinnen und Lehrer, Sozialarbeiter, Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft in Erfurt unter anderem, wie Ganztagsschulen einen Beitrag zur Gesundheitsprävention leisten können. Anlass ist die Eröffnung der Regionalen Serviceagentur Thüringen. In fünf Workshops loten die pädagogischen Akteure die Möglichkeiten aus, Ganztagsschulen in Thüringen konzeptionell mit Leben zu füllen. Die Themen ranken sich um Organisation und Strukturen in der Ganztagsschule, die Teamentwicklung in der Ganztagsschule oder die demokratische Schulentwicklung bis hin zur Schuleingangsphase in Thüringen. Dabei zeigt sich: Besonders viel "Nachhilfebedarf" besteht bei der Teamentwicklung der Kollegien.

Die Werkstatt 3 "Kooperationen mit außerschulischen Partnern" veranstaltet in Soest ein Multiplikatorentraining. Im kleinen Kreis versuchen Vertreterinnen und Vertreter von Schulen und außerschulischen Partnern, die Bedingungen für gelungene Kooperationen auszuloten. "Kommunikation ist alles!", stellt Moderatorin Nadia Fritsche gleich zu Beginn als die wichtigste Voraussetzung fest. Man müsse in Netzwerken Vertrauen aufbauen, und das brauche Zeit, ergänzt ihre Kollegin Kriemhild Strenger. Ebenfalls empfehle es sich, potenzielle außerschulische Partner schon vorher einmal in die Schule zu bitten. Netzwerke von Schulen, Trägern und außerschulischen Partnern böten Chancen: Die Schulen müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden, der Erfahrungsaustausch bringt Synergieeffekte. Dabei mit offenen Karten zu spielen, von Anfang an alle möglichen Probleme anzusprechen, könne später viel Frust auf beiden Seiten ersparen.

Zwei neue Partner stellen sich vor: In Brandenburg haben Ganztagsschulen zukünftig die Architektenkammer Brandenburg an ihrer Seite. Die Kammer möchte Endes des Jahres in drei Schulen mit Fortbildungsangeboten von "Baugeschichte" bis "Räumliche Wahrnehmung" und Workshops wie der Neukonzeption des Schulhofes starten. Mit dem Projekt TRINX finden die Themen Wasser und Trinken in den Ganztagsschulen den angemessenen Raum. Die Sportwissenschaftler Christian Barth und Martin Rutemöller loben Ganztagsschulen für ihre "vielfältige Möglichkeiten, abseits der Routine des klassischen Schulunterrichts neue Lern- und Erfahrungsgelegenheiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die Schule in jeder Hinsicht bereichern."

An der Philipps-Universität Marburg läuft ein neues Forschungsprojekt zur Ganztagsschule an: die "Studie zu Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule", die Prof. Dr. Ralf Laging (federführend) im Verbund Kollegen der Universitäten Braunschweig und Jena bis 2008 durchführen wird.


November: Ganztagsschulen können sich durch eine größere Partizipation der Schülerschaft auszeichnen. Möglichkeiten dazu zeigt die Fachtagung "Schülerclubs und Schülerfirmen an Ganztagsschulen" in Mahlow, die von der Regionalen Serviceagentur Brandenburg veranstaltet wird. "Gerade die Ganztagsschule bietet sowohl den nötigen Freiraum als auch die materiellen wie personellen Voraussetzungen, Schülerclubs und Schülerunternehmen zu Erfolgsmodellen zu machen", erklärt der brandenburgische Bildungsstaatssekretär Martin Gorholt. "Sie sind Schnittstelle von Schüler, Jugendarbeit und Nachbarschaft. Das in einer Schülerfirma geforderte unternehmerische Denken und das Verstehen von betriebswirtschaftlichen Abläufen fördert die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler und vergrößert ihre Chancen, eine Ausbildungsstelle zu erhalten."

Neben Schülerfirmen kann auch die klassische Berufsorientierung ein erster Schritt in die Arbeitswelt sein. Wie man diese am besten in Ganztagsschulen verankert, diskutieren Lehrerinnen und Lehrer in Halle auf der Tagung "Berufsorientierung an Ganztagsschulen - Möglichkeiten, Partner und Anregungen zur Konzeptionsentwicklung", zu der die Regionale Serviceagentur Sachsen-Anhalt eingeladen hat. Ein Konzept ist "Expedition Beruf", das an der Gesamtschule Ulrich von Hutten in Halle erfolgreich praktiziert wird. Hier schnuppern Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen im Rahmen des Wahlpflichtkurses bei einem großen Kunststoffproduzenten herein und erfahren etwas über die Ausbildungsberufe Energieelektroniker, Chemikant, Prozesselektroniker und Industriemechaniker. Sie arbeiten dabei mit den Auszubildenden zusammen und lernen in einem anschließenden Vertiefungskurs die vielfältigen Anforderungen eines Berufes kennen. "Das Entscheidende ist die Zusammenarbeit mit den Azubis", so Schulleiter Günter Haas, "denn wenn die Azubis den Schülern etwas sagen, glauben sie denen das eher als uns Erwachsenen."

Der Ganztagsschulverband feiert seinen 50. Geburtstag. Zum dreitägigen Jubiläumskongress inklusive eines festlichen Empfangs im Römer lädt er in die Gründungsstadt Frankfurt am Main ein. Thema des Kongresses ist die "Ganztagsschule als kreatives Feld - Reformpädagogischer Ansatz - Praxiserfahrung - Innovation". In Vorträgen würdigen die Experten die Reformpädagogik als Baukasten, aus dem sich auch die heutige Ganztagsschulpädagogik bedient. Als prominentester Redner fordert Andreas Schleicher, Koordinator der PISA-Studie, Ganztagsschulen mehr Autonomie zu gewähren. Diese müssten zu neuen pädagogischen Konzepten genutzt werden. In einigen europäischen Ländern pflege man die Philosophie, sich um jede Schülerin und jeden Schüler zu kümmern. "Dazu braucht man den geeigneten Ort und viel Zeit, daher ist eine Ganztagsschule ideal", folgert Schleicher.


Dezember: Das vom BMBF unterstützte Projekt "Freie Lernorte - Raum für mehr" von Schulen ans Netz e.V. startet in seine zweite Phase. Bis zum 31. März 2006 werden erneut bundesweit 30 Ganztagsschulen gesucht, die Räume mit Hilfe von Neuen Medien so umgestalten und einrichten wollen, dass dort individuelle Förderung und freies Lernen praktiziert werden können. Im Interview unterstreicht Projektleiter Michael Schopen, dass es Schulen ans Netz weniger um die Neuen Medien als um Unterrichts- und Schulentwicklung geht: "Wenn man "Freie Lernorte" an der Schule einrichtet, hat das Konsequenzen für die Lehrer-Schüler-Rollen, für die Unterrichtsgestaltung und möglicherweise sogar für die Schulorganisation. Das, was die Ganztagsschule als Organisationsgroßform verändert, geschieht beim Einsatz Neuer Medien auf der Mikroebene. Insofern passen diese Entwicklung und diese Kombination sehr gut zusammen."

"Verantwortung macht Schule!" heißt es in Blossin. Die Regionale Serviceagentur Brandenburg diskutiert mit Lehrern und Schülern über Wege an Ganztagsschulen, Verantwortung im Alltag zu übernehmen. In fünf Arbeitsgruppen von A wie "Aktivierung von Schülerinnen und Schülern bis V wie "Verantwortungsprojekte im Schulalltag" vertiefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Praxisbeispiele. Allen Modellen gemeinsam ist die Suche nach neuen Formen der Beteiligung der Schülerinnen und Schüler sowie der außerschulischen Partner. Eine gute Möglichkeit ist das Sozialpraktikum, wie es im Rahmen "Sozial macht Schule" der Arbeiter Samariter Bund in Zusammenarbeit mit der Hamburger Schulbehörde und verschiedenen Kooperationspartnern organisiert. Vordringliches Ziel des Sozialpraktikums ist es, einen Dreiklang von Werten, sozialen Fähigkeiten und fachlichem Wissen zu vermitteln, die im schulischen Alltag zu kurz kommen: Das Erfahren von Armut, Alter, Krankheit und der eigenen Verletzlichkeit, die Auseinandersetzung mit den in der Gesellschaft Verdrängten und Ausgegrenzten.

Als letzte DKJS-Werkstatt öffnet die Nummer vier "Schule und Kommune" in Düsseldorf mit einer Tagung zum Thema "Raum im Ganztag". Andreas Roters, Geschäftsführer des Städte-Netzwerks NRW, beschreibt Ganztagsschulen als Chance, "öffentliche Einrichtungen für die Zivilgesellschaft zu öffnen und diese einzubeziehen. Die Verknüpfung von Bildungs- und Kultureinrichtungen muss nicht allein Sparzwecken dienen, sondern kann eine qualitative Weiterentwicklung für schrumpfende Städte bedeuten." Vielleicht entwickeln sich Ganztagsschulen ja auch zu Bürgerzentren, an denen Elternberatung und Sprachkurse für Eltern stattfinden, wie es Norbert Reichel vom nordrhein-westfälischen Schulministerium vorschwebt. Eins ist jedenfalls klar: "Wenn Sie eine Ganztagsschule planen, dann stellen Sie sich darauf ein: Sie brauchen viel Platz!", rät Thomas Assmann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Soest.

Lesen Sie hier den ersten Teil unseres Jahresrückblicks 2005!

 

Autor: Ralf Augsburg/Peer Zickgraf/Arnd Zickgraf
Datum: 30.12.2005
© www.ganztagsschulen.org

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion erlaubt.

Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, überreicht Schuluhren auf dem großen Ganztagsschulkongress in Berlin

Themenmappe