Mit dem flächendeckenden Aufbau von Ganztagsschulen soll Deutschlands Bildungssystem leistungsfähiger werden. "Wir brauchen einen Perspektivwechsel", sagte Bulmahn. "PISA hat uns ein ungerechtes Schulsystem bescheinigt. In keinem vergleichbaren Land entscheidet die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler so sehr über den schulischen Werdegang und Bildungserfolg wie bei uns." In Ganztagsschulen sollen künftig Kinder mit Lernschwächen intensiver gefördert und leistungsstarke Kinder besser gefordert werden. "Gute Bildung braucht mehr Zeit," so die Ministerin. An Ganztagsschulen sei mehr Zeit für eine bessere individuelle Förderung, für mehr Kreativität und eine höhere Qualität des Unterrichts.
Bundesministerin Bulmahn plädierte außerdem dafür, die Schulen in die Selbständigkeit zu entlassen. "Schulen müssen über ihr Schulprogramm, ihr pädagogisches Konzept oder die Verwendung ihrer finanziellen Mittel selbst entscheiden". Sie sollten in ihrer Region starke Partnerschaften zum Beispiel mit Sportvereinen, Musikschulen oder Unternehmen aufbauen.
Nach Ansicht Bulmahns spielen bei dem Aufbau von Ganztagsschulen in den nächsten Jahren vor allem die Lehrerinnen und Lehrer eine zentrale Rolle. Sie seien diejenigen, die in den nächsten Jahren an dem großen Reformprozess besonders hart arbeiten und eine entscheidende Verantwortung tragen würden. "Sie verdienen jetzt schon eine größere Anerkennung als bisher", sagte Bulmahn. Ihr Einsatz werde sich lohnen.
Bei der Startkonferenz zum Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" werden in den kommenden zwei Tagen über dreihundert Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis diskutieren. Es geht um die erfolgreiche Umsetzung des Ganztagsschulprogramms, um geeignete pädagogische Konzepte und die bessere Förderung von Schülern.
