Für das gerade begonnene Schuljahr stünden nach Auskunft der Länder durch die Investitionen des Bundes mehr als 3.000 neue Ganztagsschulangebote in allen Regionen Deutschlands zur Verfügung. "Sie ermöglichen die bessere individuelle und frühere Förderung aller Schülerinnen und Schüler und erreichen damit eine nachhaltige Verbesserung der Qualität von Bildung in Deutschland", sagte die Ministerin. Damit könnten die schulischen Leistungen aller Kinder verbessert werden. Deutschland erhalte mit den gemeinsamen Anstrengungen wieder Anschluss an die Spitzengruppe der Welt.
Nach den vorliegenden Anmeldungen der Länder dienen 88 Prozent der bisher verplanten Mittel dem Aufbau neuer Ganztagsschulen und der Schaffung zusätzlicher Plätze an bestehenden Ganztagsschulen. Nach den Planungen sind die große Mehrzahl der 2003 und 2004 geförderten Ganztagsschulen Grundschulen (rund 1.400). "Damit leisten wir einen Beitrag für die frühe Förderung", sagte Bulmahn. Diese wichtige Weichenstellung entspreche auch den Empfehlungen der vor zwei Wochen vorgestellten internationalen OECD Bildungsstudie "Education at a Glance".
Die Ministerin stellte klar, dass der Bund nicht nur in Beton und Ausstattung investiere, sondern die Schulen auch bei der inhaltlichen Gestaltung der neuen Ganztagsschulangebote mit dem Begleitprogramm "Ideen für mehr: Ganztägig lernen" und einer Begleitforschung unterstützt. Sie verwies zudem auf die neue Lern- und Lehrkultur an den Ganztagsschulen. Dazu gehöre das soziale Lernen ebenso wie die Öffnung der Schulen für außerschulische Partner und die intensive Einbeziehung von Eltern und Schülern.
Bulmahn bezeichnete das Ganztagschulprogramm als ein gutes Beispiel für ein kooperatives Zusammenwirken von Bund und Ländern. "Für eine nachhaltige Reform ist künftig eine enge Kooperation notwendiger denn je. Der Wettbewerb um Zukunftschancen für Deutschland ist im Kern ein internationaler Wettbewerb um die Qualität von Bildungssystemen. Deutschland hat nur dann eine wirkliche Chance, wenn eine gemeinsame Reformstrategie von Bund und Ländern und die Verständigung auf gemeinsame Prioritäten gelingen."
