Die aktuellen Daten bedeuteten eine Steigerung von rund 64 Prozent gegenüber den 4.841 Ganztagsschulen, die in der jüngsten KMK-Statistik ausgewiesen worden seien. Der beim Bund gemeldete Bedarf übersteige inzwischen in vielen Ländern die für dieses Jahr zur Verfügung stehenden Mittel bei weitem. Bereits bei der vorläufigen Bedarfsmeldung zum 31. März für das Jahr 2004 sei deutlich geworden, dass die gesamten noch zur Verfügung stehenden Mittel von über eine Milliarde Euro für dieses Jahr von den Ländern benötigt werden.
Bulmahn weiter: "Die Vorteile von Ganztagsschulen liegen auf der Hand: mehr Zeit und mehr Raum für eine bessere pädagogische Förderung jedes einzelnen Kindes. Nur so können wir den dramatischen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland überwinden, wie er sich bei der internationalen Vergleichsstudie PISA gezeigt hat".
Nach einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Bundespresseamtes von Anfang Mai würden es 70 Prozent der befragten Eltern persönlich begrüßen, wenn es in Deutschland mehr Ganztagsschulen gäbe. Die Eltern nennen eine bessere pädagogische Förderung mit 86 Prozent als wichtigen oder sehr wichtigen Grund, ihr Kind auf eine Ganztagsschule zu schicken. Für 75 Prozent der befragten Eltern ist es wichtig oder gar sehr wichtig, dass sie so Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können.
Bundesministerin Bulmahn kündigte für den 17. und 18. September einen großen bundesweiten Ganztagsschulkongress in Berlin an. Dabei solle es um einen ersten Erfahrungsaustausch über die Umsetzung des Investitionsprogramms gehen. Entscheidend für den Erfolg des Programms sei die inhaltliche Begleitung und die Unterstützung der Schulen bei der Gestaltung der neuen Angebote. Daher stelle das Bundesministerium für Bildung Forschung in enger Abstimmung mit den Ländern entsprechende Unterstützungsangebote zur Verfügung. Geplant seien insbesondere die Aufbereitung guter Beispiele, Beratungsangebote und Begleitforschung.
