DKJS-Wettbewerb

Edelgard Bulmahn zeichnet Preisträger im Wettbewerb "Zeigt her eure Schule" aus

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn hat am Mittwoch im Berliner Reichstag Ganztagsschulen ausgezeichnet, die beispielhaft gezeigt haben, welche Chancen der Ganztagsschulbetrieb bietet. Über 200 Schulen aus fast allen Bundesländern haben am 1. Wettbewerb "Zeigt her eure Schule" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) teilgenommen. Gesucht wurden Ideen, die Mut machen, zum Nachahmen einladen und zeigen, was mit dieser Schulreform in Deutschland möglich ist.

"Die Zukunft der Ganztagsschule in Deutschland hat begonnen", sagte Bulmahn mit Blick auf die vielfältigen Wettbewerbsbeiträge. Die eingereichten Vorschläge zeigten, dass es mittlerweile eine Fülle guter Beispiele für kreativen Unterricht gebe. "Der Wettbewerb hat viele gute Ideen unterschiedlichster Schulen ans Licht gebracht", sagte Bulmahn. Die Beispiele machten Mut zum Nachahmen. "Ganztagsschulen geben Lehrerinnen und Lehrern den notwendigen Freiraum für die individuelle Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler", sagte Bulmahn. "Nur so schaffen wir den Weg in eine neue Schulkultur."

20 Projekte sind von einer unabhängigen Jury nominiert und jetzt zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen worden. Die ersten drei ausgezeichneten Ganztagsschulen erhalten einen Gutschein in Höhe von 5.000 Euro für einen individuellen Wunsch ihrer Schule. Auf den Wunschlisten stehen unter anderem die Einrichtung eines grünen Klassenzimmers sowie Workshops mit Innenarchitekten und Tanzexperten. Weitere zehn Preisträgerschulen erhalten eine Videokamera, die restlichen sieben Nominierten einen Scheck im Wert von 500 Euro für Fortbildungen.

Bulmahn wies darauf hin, dass die Zahl der Ganztagsschüler allein im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gestiegen sei. "Schüler, Eltern und Lehrer wollen die Ganztagsschule", sagte Bulmahn. Die Bundesregierung stellt bis 2007 vier Milliarden Euro für den bedarfsgerechten Aus- und Aufbau von Ganztagsschulen zur Verfügung. Bereits mehr als 3.000 Schulen profitieren bereits von dem neuen Programm, so die Ministerin.

"Die Preisträger zeigen, dass der Ganztagsschulbetrieb eine andere Art von Unterricht möglich macht und Probleme, mit denen Lehrer und Kinder heute konfrontiert sind, auffangen kann. Die Schüler werden selbstständiger, die Lehrer entspannter", stellt die Geschäftsführerin der DKJS, Dr. Heike Kahl, fest.


Der Wettbewerb ist Teil des Programms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen". Es unterstützt Schulen, ganztägige Bildungsangebote zu entwickeln oder qualitativ auszubauen. Beteiligt sind der Bund, die Länder und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Laut Kahl "ist diese Initiative ein Beispiel, wie Bund und Länder auf dem Gebiet der Bildung gut zusammenarbeiten." So konnte bereits mit zehn Ländern die Einrichtung von Serviceagenturen für Ganztagsschulen vertraglich vereinbart werden.


Der 1. Preis geht an die Gesamtschule Baumschulenweg aus Bremen: "Wir wollten Tiere in der Schule. Aber keine zum Kuscheln, sondern Tiere, bei denen Kinder einen Nutzen für den Menschen erkennen können, durch die sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und mit allen Konsequenzen umzugehen - inklusive Aufzucht, Schlachtung und Verzehr. Wir entschieden uns für Hühner." In Kooperation mit einem Markthändler verkaufen die Kinder die Eier auf dem Wochenmarkt. Das bedeutet natürlich für einige Schüler Unterrichtsausfall. Hier fängt der Ganztagsbetrieb die Fehlstunden auf. Außerdem hat die Schule durch die vielfältigen Tätigkeiten im Außenbereich die Möglichkeit, lernschwache oder sehr aktive Schüler aus dem Vormittagsunterricht herauszuziehen und mit Aufgaben auf dem Hühnerhof zu betreuen. Dafür erhalten sie am Nachmittag eine optimale Nachbetreuung in ihren schwächeren Fächern. Dieses Beispiel hat die Jury überzeugt, weil es zeigt, was Ganztagsschule möglich macht und nicht zuletzt, dass das Engagement von Schülern, Lehrern, Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern unabdingbar ist.


Die zweiplatzierte Integrierte Gesamtschule Wilhelmshaven zeigt in ihrem Wettbewerbsbeitrag, wie Schülerinnen und Schüler mit Konflikten umgehen können und inzwischen ganz selbstverständlich über Regeln verhandeln. Dabei hilft das Sozialtraining neben dem normalen Unterricht. Es wird von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften angeboten.


Den 3. Platz erhält die Montessori Gesamtschule aus Potsdam. Hier lernen Schüler von Schülern: Wenn Kinder und Jugendliche sich ihre Arbeit selbst einteilen, ihre Lernziele definieren und zusammen mit anderen daran arbeiten, können Schüler voneinander lernen. Ältere helfen den Jüngeren und festigen ihr eigenes Wissen.

Die 20 nominierten Schulen im Wettbewerb "Zeigt her eure Schule!" auf einen Blick:

Die Erstplatzierten
0 1. GS Baumschulenweg Bremen, Bremen
0 2. IGS Wilhelmshaven, Niedersachsen
0 3. Montessori Gesamtschule Potsdam, Brandenburg


Preisträger (teilen sich den 4. Platz)
0 Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen, Nordrhein-Westfalen
0 Anne-Frank-Schule IGS Bargteheide, Schleswig-Holstein
0 Gesamtschule Gießen-Ost, Hessen
0 Tami-Oelfken-Schule Bremen, Bremen
0 Hansa-Gymnasium Hansestadt Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern
0 Immanuel-Kant-Schule Bremerhaven, Bremen
0 Schuldorf Bergstraße Seeheim-Jugenheim, Hessen


Außerdem nominiert und ausgezeichnet
0 Staatliches Regionales Förderzentrum in Blankenhain (Thüringen)
0 Goldbergschule GHS Osthofen (Rheinland-Pfalz)
0 Private Montessori-Volksschule, Wertingen (Bayern)
0 Schule am Roten Berg, Hasbergen (Niedersachsen)
0 Ganztagsrealschule St. Georg/Jenischgymnasium, Hamburg
0 Hulda-Pankok-Gesamtschule, Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
0 Goethe-Grundschule, Mainz (Rheinland-Pfalz)
0 Staatliche Grundschule Rudolstadt-West (Thüringen)
0 Grundschule Meinsdorf aus Roßlau (Sachsen-Anhalt)
0 Betty-Reis Gesamtschule aus Wassenberg (Nordrhein-Westfalen)


Ausführliche Beschreibungen hier
www.ganztaegig-lernen.de/(4madoz555h0iyhb1v1zp2f55)/service/wettbewerb_1.aspx)

Weitere Informationen unter www.ganztaegig-lernen.de


 


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