Staatliche Grundschule Rudolstadt-West

Struktur- und Organisationsmerkmale

Pädagogische Gestaltungsformen

Struktur- und Organisationsmerkmale

Träger

Stadt Rudolstadt

Schulgröße

Ganztagsbetrieb 125 Schüler/innen, im Hort 56 Schüler/innen in den Klassenstufen eins bis vier. Nach dem Schuljahr 2003/04 sollen alle Schüler/innen die Ganztagsschule besuchen.

Zeitkonzept

  • Der Ganztagsbetrieb besteht in einer teilweise gebundenen Organisationsform mit zeitlicher Begrenzung auf drei Wochentage. Die Rhythmisierung über den ganzen Tag berücksichtigt die Leistungskurve eines Grundschulkindes. Vor Unterrichtsbeginn um 8.00 Uhr besteht ab 7.30 Uhr Gleitzeit, Betreuung im Frühhort ist täglich ab 6.00 Uhr möglich.
  • Die Woche beginnt mit einem Morgenkreis, die Unterrichtsstunden unterliegen nicht dem 45-Minuten-Takt, vorwiegend wird in großen Zeitblöcken unterrichtet: Vormittags liegen zwei 100-minütige Unterrichtsblöcke, durch große Spiel- und Bewegungspause aufgelockert und von Erzieher/innen unter Einbeziehung der Kinderwünsche gestaltet; im 1, Block liegt eine individuelle Frühstückspause. Nach dem Vormittagsunterricht (Kl. 1 und 2 bis 12.00 Uhr, Kl. 3 und 4 bis 13.00 Uhr) folgen Mittagspause/-essen, Ruhepause, individuelle Förderangebote, Kreativangebote und integrierten Hausaufgaben.
  • An drei Tagen in der Woche ist von 13.45 bis 15.15 Uhr für Dritt- und Viertklässler Pflichtunterricht. Für Erst- und Zweitklässler beinhaltet dieser Block zwei Wahlangebote zur individuellen Förderung und einen zusätzlichen Sprachkurs Englisch. An den zwei unterrichtsfreien Nachmittagen bestehen offene Angebote.

Raumorganisation

Für den Ganztag stehen zwei Schulgebäude, ein Pausenhof, Spiel- und Sportflächen, eine Sporthalle und ein Speiseraum, Differenzierungsräume, vier Fachkabinette, Kreativ- und Freizeitbereiche zur Verfügung. Für Spiel- und Bewegungspausen werden auch Flure und Nebenräume als Schlechtwettervarianten genutzt.

Personalorganisation und Qualifizierung des Personals

  • Das Kollegium der Schule besteht aus 18 Grundschullehrerinnen und zehn staatlich anerkannten Erzieherinnen. Zwei Lehrerinnen haben eine Fortbildung zur Führung von Diagnose-Förderklassen berufsbegleitend absolviert. Zwei weitere sind ausgebildete Beratungslehrerinnen.
  • Das Kollegium hat u.a. an Fortbildungen zu den Themen Anfangsunterricht, Methodentraining, Begabungsförderung, klassenübergreifender Unterricht, Sportförderdung, Schule als Lebensraum, Schulhofgestaltung und zum Schulprogramm teilgenommen.

Zielprogrammatik

Der Ganztagsbetrieb soll die in der Schule verbrachte Zeit intensiv nutzen zur Förderung von Kindern mit Teilleistungsschwächen und Behinderungen oder von Talenten und Begabungen. Soziale Begegnungen und die Integration von Kindern mit anderen Muttersprachen ist ebenso ein Hauptziel. Die Verflechtung von Unterricht und Hort sowie die erlebnis- und handlungsorientierte Erarbeitung von Lerninhalten unter Beachtung der Leistungskurve eines Grundschulkindes ist ein weiteres wichtiges Ziel. Dabei spielt der Wechsel von Anspannung und Entspannung, die Nutzung außerschulischer Lernorte sowie die Kooperation mit freien Trägern und Vereinen eine herausragende Rolle. Jedem Kind soll individuell die Schule geboten werden, die es braucht.

Pädagogische Gestaltungsformen

Förderung und Lernchancen

Bildungsinhalte werden mit Freizeitaktivitäten verbunden, ohne die Freizeit zu verschulen. Beim Lernen an Stationen und Angeboten und in Lernwerkstätten können Kinder mit Teilleistungsschwächen bzw. besonderen Begabungen genau beobachtet und differenziert gefördert werden. Zur Unterstützung arbeiten Erzieher/innen teilweise als Zweitbesetzung. Kinder mit anderer Muttersprache werden anfangs zweisprachig im Unterricht, in Förderstunden und im Freizeitbereich gefördert.

Unterricht und Lernkultur

Der Unterricht ist von klassenübergreifenden und offenen Unterrichtsformen sowie von Methodenvielfalt geprägt. Die ersten und zweiten Klassen werden in einer veränderten Schuleingangsphase klassenstufenübergreifend mit einer variablen Verweildauer von eins bis drei Jahren unterrichtet. So kann der Individualität eines Kindes besser entsprochen werden, da die offenen Unterrichtsformen Schüler/innen selbstständig und mit unterschiedlichen Tempo lernen lassen. Der Umgang mit anderen Sprachen und Kulturen wird als Bereicherung für das Schulleben angesehen.

Gemeinschaft und soziales Lernen

Die Bildung von altersgemischten Gruppen soll sich positiv auf die Entwicklung von Sozialkompetenzen auswirken, da die Schüler/innen die Gelegenheit erhalten voneinander zu lernen. Dazu wird an einem Wochentag in der Klassenstufe drei/vier klassenstufenübergreifend und fächerverbindend unterrichtet. Die Themen werden ergänzend und unterstützend im Freizeitbereich vorwiegend handlungsorientiert und unter Nutzung außerschulischer Lernorte fortgeführt. Die Themen sind konzentrisch aufgebaut und ermöglichen Wiederholung und Festigung von Stoffgebieten. Diese Unterrichtsorganisation soll eine vorzeitige Selektion der Schüler/innen nach Leistungsvermögen vermeiden.

Partizipation

Die Einbindung der Eltern und aller an der Bildung interessierter Partner erfolgt in Form von Hospitationsmöglichkeiten (Elternwerkstatt), Unterstützung innerhalb der Werkstattarbeiten und bei Projekten, Einbindung in die Gleitzeit, Schultheaterarbeit, Spiel- und Sportfeste, Exkursionen, Schreibwerkstatt, Tag der offenen Tür, Schulfeste, Schulförderverein und im Schüleraustausch.

Öffnung der Schule

  • Es bestehen Kooperationsverträge mit Vereinen und der Stadtbücherei.
  • Museen und Theater werden regelmäßig besucht.
  • In Kooperation mit der Buchhandlung werden Lesewettbewerbe durchgeführt. Englisch und Russisch werden ab Klasse eins in Kooperation mit der Volkshochschule angeboten.
  • Offene Angebote erfolgen unter Einbindung außerschulischer Kooperationspartner.

Freizeit

Die in der Schule angebotenen Arbeitsgemeinschaften stehen zum größten Teil in Verbindung mit Vereinen und anderen Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Auch individuelle, frei wählbare Aktivitäten durch die Kinder finden Berücksichtigung. Dem Spiel- und Bewegungsdrang der Kinder wird entsprochen. Ein von den Erziehern durchgeführtes Ferienprogramm ist fester Bestandteil des Schullebens. Daran nehmen rund 30 % der Schüler/innen teil.

 

Junge auf Schulhof

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