Bildungssommer 2004

Die Kultusminister und ihre Ferienpläne

Wie verbringen eigentlich die Kultusministerinnen und -minister der Länder ihre Sommerferien? Wir haben über den ganzen Sommer verteilt in lockerer Folge die Antworten von elf Amtsinhaberinnen und -inhabern auf diese und die Frage, was Kinder in den Ferien lernen können, was sie nicht in der Schule lernen, veröffentlicht. Hier können Sie noch mal alle interessanten Aussagen auf einen Blick anschauen. Viel Spaß!

Monika Hohlmeier: "Ich lasse mich überraschen!"



Monika Hohlmeier, Staatsministerin für Unterricht und Kultus Bayern

Online-Redaktion: Frau Hohlmeier, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Hohlmeier: Da lasse ich mich überraschen! Im Urlaub entferne ich mich auch gerne einmal von vorgefassten Plänen und der Routine des Alltags. Dabei glaube ich, dass "sich erholen" nicht immer nur heißen muss, Neues zu entdecken; man kann auch manches scheinbar Selbstverständliche neu entdecken: die Gemeinschaft in der Familie bei Gesprächen oder gemeinsamen Spielen, unsere schöne bayerische Landschaft auf Radl- oder Bergtouren sowie Zeit und Muße bei einem guten Buch oder guter Musik.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Hohlmeier: Die Ferien sind die beste Gelegenheit, seinen besonderen Hobbys nachzugehen und sich hier weiter auszubilden. Ich denke da an verschiedene Sportarten, die in der Schule nicht angeboten werden können. Meine Tochter zum Beispiel nutzt die größte Zeit ihrer Ferien zum Reiten und Voltigieren. Ich rate den Kindern und Jugendlichen auch besonders, die Ferien für das Lesen zu nutzen. Dabei können sie manche Lektüreanregung, die in der Schule gegeben wurde, aufnehmen.

Angaben zur Person: Monika Hohlmeier, geboren am 2. Juli 1962 in München, katholisch, verheiratet, zwei Kinder; 1981 - 1983 Ausbildung zur Hotelkauffrau; 1985 - 1986 Besuch des Fremdspracheninstituts der Landeshauptstadt München für die Sprachen Französisch und Spanisch; Mitglied des Bayerischen Landtags seit 1990; 1990-1996 Gemeinderätin in Vaterstetten; Stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Marianne-Strauß-Stiftung; Schirmherrin der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft, Landesverband Bayern; Vorsitzende des Landesausschusses der Bereitschaften beim Bayerischen Roten Kreuz sowie Mitglied des Vorstandes beim BRK; 1993 - 2003 Stellvertretende Parteivorsitzende der CSU; Juni 1993 bis Oktober 1998 Staatssekretärin für Unterricht und Kultus im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst; seit Oktober 1998 Staatsministerin für Unterricht und Kultus.

Klaus Böger: "In den Tag hineinleben"



Klaus Böger, Senator für Bildung, Jugend und Sport Berlin

Online-Redaktion: Herr Böger, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Böger: Ich möchte meinen Sommerurlaub vor allen Dingen für "Muse und Muße" nutzen, d.h. ich möchte viel lesen, Konzerte hören, oder auch einfach mal nichts tun und in den Tag hineinleben.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Böger: In Berlin können Kinder und Jugendliche auf vielfache Weise die Stadt entdecken - mit dem Super-Ferien-Pass kann man umsonst baden oder in den Zoo gehen, hinter die Kulissen von Rundfunk und Fernsehen sehen, bei Stadterkundungsspielen mit machen. Wenn sie in ein Ferienlager fahren, lernen sie ohne Eltern selbstständig zu werden und mit anderen Kindern klar zu kommen. Und wer mit den Eltern verreist, kann bestimmt ganz viel von den Eltern lernen und mit ihnen zusammen Neues entdecken.

Angaben zur Person:  Klaus Böger, geboren am 8. September 1945 in Lauterbach/ Hessen, verheiratet, zwei Kinder. 1966 Abitur; 1966/68 Bundeswehr; 1968-72 Studium der Politologie/Staatsrecht an der Freien Universität Berlin; 1972 Diplom-Politologe; 1972-76 Wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin; ab 1976 Dozent und Fachbereichsleiter für Politik beim Lette-Verein. Seit 1968 Mitglied der SPD; 1990-92 Stellvertretender Vorsitzender der Berliner SPD; seit Mai 2000 Kreisvorsitzender der SPD Steglitz/Zehlendorf; Landesparteitagsdelegierter. 1985-89 Mitglied der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz, seit 1986 deren Vorsitzender; seit 1989 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin; 1990-94 Stellvertretender Vorsitzender und 1994-99 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus; Dezember 1999 Bürgermeister von Berlin und Senator für Schule, Jugend und Sport, wiedergewählt am 16. Juni 2001; seit Januar 2002 Senator für Bildung, Jugend und Sport. Mitglied in folgenden Organisationen: Arbeiterwohlfahrt, Deutsche Vereinigung für Politische Bildung, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Heimatverein Steglitz, Hertha BSC, Freunde der Bundeswehr, Werkstatt Deutschland e.V., Gegen das Vergessen - Für Demokratie e.V.

Steffen Reiche: "Im eigenen Tempo vorankommen"



Steffen Reiche, Minister für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg

Online Redaktion: Herr Reiche, was wollen Sie in ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Reiche: Die Vereinigten Staaten von Europa sind größer geworden: Bei den Nachbarn, die nun ohne größere Kontrollen zu besuchen sind, gibt es viel Neues zu entdecken. Wie schnell haben sie sich in den letzten Jahren entwickelt, was hat sich verändert? Wie haben sich Städte, die ich in Zeiten des Eisernen Vorhangs besucht habe, jetzt im freien Europa herausgemacht? Meine beiden jüngeren Kinder sind nach der Maueröffnung geboren. Mir Altbekanntes kennen sie noch nicht.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Reiche: Das Wichtigste, was Kinder in den Ferien lernen können, ist, sich öffnen, sich interessieren für Neues. Neues auszuprobieren, noch unbekannte Dinge selber zu machen, sich nicht von Pflichten steuern zu lassen, sondern in der kleinen "Großen Freiheit" dieser sechs Wochen etwas zu machen, sich selber zu bewegen, zu motivieren. Gute Lehrer begeistern ihre Schüler über die Ferien hinaus zu dem Punkt, wo man sich wiedersieht und in ein neues Lern- und Lebensjahr startet. Sie setzen Ziele, die Freiheit nicht nehmen, sondern spürbar machen: Bücher lesen, Filme sehen, neue Länder, andere Menschen entdecken. Andere Seiten an sich, den Eltern und Geschwistern, aber auch den Freunden entdecken. Dinge tun, die liegengeblieben sind, die aufzunehmen sich aber lohnt. Im eigenen Tempo vorankommen, sich etwas zeigen lassen, sich Neues erobern in der Nähe, aber auch fernab.

Angaben zur Person: Steffen Reiche wurde am 27. Juni 1960 in Potsdam geboren. Er besuchte die Erweiterte Oberschule bis zum Abitur im Jahre 1979 und begann anschließend das Studium der evangelischen Theologie am Sprachenkonvikt in Berlin. 1982/83 unterbrach er sein Studium und machte eine Lehre als Tischler. 1988 - 1990 war er als Pfarrer in Christinendorf bei Trebbin tätig. Im Pfarrhaus in Schwante bei Oranienburg gehörte er am 7. Oktober 1989 zu den Gründern der damals noch illegalen Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP). In der kurzlebigen Volkskammer war Steffen Reiche als Potsdamer Abgeordneter ein maßgebliches Mitglied der Fraktion. Im Mai 1990 wurde er zum Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg gewählt. Bei den Landtagswahlen am 14. 10. 1990 kandidierte Steffen Reiche im Wahlkreis Luckenwalde I - Zossen II. Im Juni 1994 wurde er als Landeschef der SPD bestätigt. Von 1994 - 1999 war er Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Seit 1999 ist Steffen Reiche Minister für Bildung, Jugend und Sport. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern.

Karin Wolff: "Auf der Suche nach Kochrezepten"



Karin Wolff, Kultusministerin Hessen

Online-Redaktion: Frau Wolff, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Wolff: Ich bin immer auf der Spur nach ausgefallenen Kochrezepten, die dann in der eigenen Küche nachkocht werden. Dabei bin ich - denke ich - gut unterwegs, einen Ausspruch des österreichischen Schriftstellers und Regisseurs Michael Kehlmann zu widerlegen: "Theorie und Praxis verhalten sich wie die bibliophile Ausgabe eines Kochbuchs zum verkohlten Steak".

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Wolff: Kinder und Jugendliche sollen die Ferien in erster Linie zum Entspannen und Kräftesammeln nutzen. Dabei ist immer noch Zeit für ein gutes Buch. Lesen bildet sozusagen fast im Schlaf, denn Lesen erschließt neues Wissen und ermöglicht neue Erfahrungen. Wer sich noch etwas mehr zumuten möchte, kann seine Fremdsprachenkenntnisse zusätzlich durch ein Buch in nichtdeutscher Sprache aufpolieren.

Angaben zur Person: Karin Wolff, geboren am 23. Februar 1959 in Darmstadt; 1977 Abitur; 1977-1984 Studium der Fächer Geschichte, evangelische Theologie, Philosophie und Ethnologie in Mainz und Marburg; Staatsexamen in Geschichte und Theologie; 1981-1982 Mitglied im Studentenparlament Marburg; 1984-1986 Referendariat an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt; 1986-1995 Studienrätin an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt; seit 1995 Mitglied im Bundesvorstand des Evangelischen Arbeitskreises (EAK); seit 1996 EAK-Landesvorsitzende Hessen; seit 1992 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau; seit 1996 Mitglied im Landesvorstend der CDU Hessen; seit 2002 stellvertretende Landesvorsitzende; seit 2000 Mitglied im CDU-Bundesvorstand; 1989-99 und seit 2001 Stadtverordnete in Darmstadt; seit 1995 Mitglied des Hessischen Landtages für den Wahlkreis 50 (Darmstadt-Stadt II); seit 1999 Hessische Kultusministerin.

Hans-Robert Metelmann: "Ferien und Bildung gehören zusammen"



Hans-Robert Metelmann, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Online-Redaktion: Herr Metelmann, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Metelmann: Als Minister reise ich zwar viel durch das Land, betrachte dabei jedoch viele Dinge sozusagen mit Ministeraugen. In den Ferien werden die Wünsche meiner Töchter im Vordergrund stehen. Somit werde ich mit einer ganz veränderten Sichtweise konfrontiert, zum Beispiel wie attraktiv Mecklenburg-Vorpommern für junge Menschen ist. Meine Töchter sind 17 (Zwillinge) /15/13 Jahre alt.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Metelmann: Ferien und Bildung gehören zusammen. Das Gute daran ist, dass Bildung hier ganz unbewusst stattfindet. In den Ferien können die Schülerinnen und Schüler die Theorie des Unterrichts durch praktische Erlebnisse vervollkommnen. Das kann durch Exkursionen, Museumsbesuche, Urlaub im Ausland usw. erfolgen. Sie können aber auch viel über den Umgang mit anderen Menschen lernen und damit zusätzlich Sozialkompetenz erwerben. Sprachkenntnisse können ebenfalls erprobt werden - einfach situationsbezogen.

Angaben zur Person: Prof. Dr. Dr. med. Hans-Robert Metelmann, geboren am 27. Mai 1952 in Berlin-Grunewald war seit 1993 C4-Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Plastische Operationen an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 2000 bis 2002 Rektor der Universität Greifswald und Mitglied der Internationalen Kommission der Hochschulrektorenkonferenz und Beauftragter für Nordosteuropa. Seit 06.11.2002 Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.

Ute Schäfer: "Kinder dürfen sich auch mal einfach nur entspannen"



Ute Schäfer, Ministerin für Schule, Jugend und Kinder Nordrhein-Westfalen

Online-Redaktion: Frau Schäfer, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Schäfer: In diesem Jahr fahre ich mit guten Freunden zum Wandern nach Südtirol und hoffe auf Sonnenschein. Im Gepäck habe ich ein paar neue Bücher, vorgenommen habe ich mir zum Beispiel "Das Orangenmädchen" von Jostein Gaarder.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Schäfer: Vorab: Kinder und Jugendliche dürfen sich in den Ferien durchaus auch einfach nur entspannen! Für alle die, die ins Ausland reisen, gilt, dass sie die Chance haben, andere Länder, neue Kulturkreise und Lebensweisen nicht nur theoretisch, sondern ganz hautnah kennenzulernen. Kinder und Jugendliche, die in den Ferien zu Hause oder in der Nähe bleiben, haben Zeit, neue Freunde zu gewinnen und Unternehmungen zu starten, die ganz neue Einsichten ermöglichen.

Angaben zur Person: Ute Schäfer, geboren am 22. März 1954 in Lage/Lippe, verheiratet. 1972 Abitur; 1972-1975 Studium für das Lehramt an Grund- und Hauptschule (Fächer: Englisch, Arbeitslehre/Wirtschaft und Mathematik) an den Pädagogischen Hochschulen in Münster und Bielefeld; 1975 - 1977 Vorbereitungsdienst und 2. Staatsprüfung; 1978 - 1988 Lehrerin an der Hauptschule II in Lage und an der Südholzschule Detmold; 1988 - 1993
Konrektorin an der Hauptschule Augustdorf; 1993 - 1996 Konrektorin an der Grundschule Lage; 1996 - 2000 Geschäftsführerin des SPD-Bezirks Ostwestfalen-Lippe; seit Juni 2000 Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen; seit November 2002 Ministerin für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen. Mitgliedschaften: Seit 1982 Mitglied der SPD; seit 2000 Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Lippe; Mitglied der Gewerkschaft ver.di.

Doris Ahnen: "Auf den Spuren von Siegfried Lenz"



Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend Rheinland-Pfalz

Online-Redaktion: Frau Ahnen, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Ahnen: Nachdem ich in den vergangenen Jahren bei Gebirgswanderungen durch die Alpen und durch die Pyrenäen in luftigen Höhen eine ganze Menge neuer Erfahrungen gesammelt habe, will ich in diesem Sommer die sandigen Ebenen rund um die masurische Seenplatte per Fahrrad erkunden. Ein wenig bewegen wir uns dabei auf den Spuren von Siegfried Lenz, ich erwarte mir aber auch einen unmittelbaren Eindruck vom Alltag in einem der neuen EU-Staaten.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Ahnen: Für Schülerinnen und Schüler bieten gerade die Ferien nicht nur Gelegenheit dazu, abzuschalten vom Schulalltag, sondern auch Zeit für ausführlichere Gespräche, für Spiel und Sport mit Freunden und Eltern, aber auch für das Schmökern in einem Buch. Wie gehe ich sinnvoll mit meiner (Frei-)Zeit um und habe auch Spaß dabei, das ist vielleicht einer der wichtigsten Lerneffekte, die Ferien haben (sollten). Sie bieten aber auch die Chance dazu, in anderen Zusammenhängen, vielleicht an anderen Orten und in neuen Gruppen und vor allem in der Natur Erfahrungen zu sammeln und Neues zu lernen.

Angaben zur Person: Doris Ahnen, geboren am 29. August 1964 in Trier. 1984 Abitur am Friedrich Spee-Gymnasium in Trier; 1984-1990 Studium der Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz; 1990 Magister Artium. 1990-1991 Persönliche Referentin des Präsidenten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; 1991-1994 Leiterin des Ministerbüros im Ministerium für Wissenschaft und Weiterbildung in Mainz; 1994-1996 Leiterin des Ministerbüros im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung in Mainz; 1996-2001 Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung in Mainz. Seit 18.5.2001 Staatsministerin im Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend; seit 2001 stellvertretendes Mitglied des Bundesrates; 2003 Vorsitzende der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK); 2003  1. Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK); seit 1.1.2004 Präsidentin der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland.

Jürgen Schreier: "Urlaub erst im Herbst"



Jürgen Schreier, Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft Saarland

Online-Redaktion: Herr Schreier, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Schreier: Ich werde in diesem Jahr keinen Sommerurlaub machen können, weil im Saarland am 5. September ein neuer Landtag gewählt wird, was mich als für Politiker bis dahin einen Einsatz fast rund um die Uhr bedeutet. Ein paar Tage Urlaub mache ich dann im Herbst. Was ich dann Neues entdecken möchte? In meinem Beruf begegnet mir Tag für Tag so viel Neues, dass ich mich im Urlaub eher auf ein bisschen Muße, auf meine Familie, auf gute Gespräche mit Freunden und aufs Lesen freue, also weniger auf etwas Neues als darauf, das, was ich habe, wieder neu zu entdecken.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Schreier: Natürlich sollten auch Kinder und Jugendliche die Ferien erst einmal dazu nutzen, zur Ruhe zu kommen, sich von der anstrengenden Schulzeit zu erholen, und die Freiheit genießen, einmal nichts tun zu müssen.
Wenn sie verreisen, können sie andere Menschen, Landschaften, Lebensweisen und Kulturen erleben. Dabei können sie häufig praktisch umsetzen, was sie in der Schule gelernt haben, also zum Beispiel ihre Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen oder Inhalte des Erdkunde- oder Geschichtsunterrichts vor Ort vertiefen. Auch wer nicht verreist, kann die freie Zeit im Sommer sinnvoll nutzen und zum Beispiel Sport treiben, lesen, Ausflüge unternehmen oder interessanten Hobbys nachgehen. Ganz wichtig ist hierbei, dass die jungen Leute in den Ferien die Chance bekommen, selbstständig und spielerisch Neues zu entdecken, denn beim entdeckenden Lernen haben unsere deutschen Schulen vielfach noch Nachholbedarf. Ganz wichtig ist übrigens auch, und hier stehen die Eltern in der Verantwortung, dass die Kinder und Jugendlichen in den Ferien nicht zu viel Zeit untätig vor dem Fernseher verbringen, sondern ihre Freizeit aktiv gestalten.

Angaben zur Person: Jürgen Schreier, geboren am 1. April 1948 in Merzig; wohnhaft in Merzig; verheiratet, ein Sohn. 1967 Abitur am Stefansberggymnasium Merzig; Studium Geographie und Französisch in Mainz, Saarbrücken und Trier; Lehrtätigkeit an Realschule und Gesamtschule; 1977-1982 Persönlicher Referent des Ministers für Kultus, Bildung und Sport; 1982-1990 Leiter der Kreisrealschule Merzig. Seit 1990 Mitglied des saarländischen Landtages; seit 1994 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion; bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion; Ansprechpartner für Regionalpolitik und Medienpolitik; Kreisvorsitzender der CDU Merzig-Wadern; seit 29. September 1999 Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft.

Karl Mannsfeld: "Ferienzeit als Entdeckungszeit"



Karl Mannsfeld, Staatsminister für Kultus Sachsen

Online-Redaktion: Herr Mannsfeld, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Mannsfeld: Mit jedem Buch oder Filmbesuch, mit jeder Wanderung oder einem Museumsbesuch kann man Neues entdecken. Genau das nehme ich mir im diesjährigen Urlaub, den ich nicht im Ausland geplant habe, vor. Die freien Tage gelten der Aufarbeitung liegen gebliebener Verpflichtungen wie wissenschaftlichen Manuskripten und einigen Urlaubstagen im Sauerland, einem mir bisher unbekanntem deutschen Landschaftsraum.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Mannsfeld: Lernen ist nicht nur an die Schule gebunden. Die Ferienzeit ist eine gute Möglichkeit, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler viel von ihrem in der Schule gelernten Wissen anwenden. Wer zum Beispiel im Ausland unterwegs ist, kann seine erworbenen Sprachkenntnisse einem Praxistest unterziehen und sicherlich noch einiges hinzulernen. Viele Jugendliche nutzen die Ferien auch für ein Berufspraktikum. So bekommen sie eine Vorstellung davon, welche Anforderungen das Berufsleben an sie stellt. Mit diesen Eindrücken kehren sie nach den Ferien in die Schulen zurück und sollten möglichst viel davon auch an ihre Mitschüler weitergeben.

Anmerkungen zur Person: Prof. Dr. Karl Mannsfeld, geboren am 30.07.1939; kath; verheiratet; vier Kinder. 1957 Abitur in Dresden; bis 1963 Lehrerstudium für Germanistik / Geographie an der Universität Leipzig; seit 1963 Fachstudium für Geographie an der TU Dresden; 1971 Promotion zum Dr. rer. nat.; 1966-92 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig; 1981 Habilitation an der TU Dresden; seit 1993 Lehrstuhl für Landschaftslehre an der TU Dresden; seit Mai 2002 Staatsminister für Kultus und stellvertretender Ministerpräsident. Seit 1970 Mitglied der CDU; 1990-91 Mitglied CDU-Landesvorstand und Leiter Fachausschuss Umwelt. Seit 1990 Mitglied des Sächsischen Landtages; 1990-2002 Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Jan-Hendrick Olbertz: "Bibliotheken haben den ganzen Sommer geöffnet"



Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister Sachsen-Anhalt

Online-Redaktion: Herr Olbertz, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Olbertz: In meinem Sommerurlaub, der leider ziemlich kurz ausfallen wird, möchte ich zwei Dinge neu entdecken: Zum einen meinen Garten, in dem vieles wächst, was ich in diesem Jahr noch gar nicht zur Kenntnis nehmen konnte. Zum anderen wird mich eine kurze Entdeckungsreise nach Schottland führen. Geplant hat diese Reise meine Frau, so dass ich Näheres darüber gar nicht weiß. Das ist vielleicht das Spannendste an diesem Vorhaben - ich soll mir nur merken, wann wir losfahren müssen, um rechtzeitig die Fähre im belgischen Zeebrugge zu erreichen.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Olbertz: Kinder können in den Ferien eine Menge Neues entdecken, weil sie nicht in den geregelten Ablauf der Schule eingebunden sind, sondern sich selbst den Tag einteilen und nach eigenen Plänen etwas unternehmen können. Das setzt natürlich voraus, dass sie nicht der ersten besten Versuchung - zum Beispiel am Computer - erliegen und in der freien Zeit kaum noch das Haus verlassen. Die Ferien bieten die Gelegenheit, sich einmal in Ruhe und Muße in der freien Natur zu bewegen, zusammen mit Freunden etwas zu unternehmen oder ein gutes Buch zu lesen. Die Bibliotheken haben jedenfalls den ganzen Sommer über geöffnet, und ich möchte allen Kindern und Jugendlichen empfehlen, sich dort mal unzusehen. Sie werden bestimmt etwas Interessantes für sich entdecken.

Angaben zur Person: Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, geboren am 2. Oktober 1954 in Berlin, verheiratet seit 1975, drei Kinder, parteilos. 1974-1978 Lehramtsstudium an den Universitäten Greifswald und Halle. 1981 Promotion (Hochschulpädagogik). 1989 Habilitation in Halle. 1990 Gastprofessur an der Universität Bielefeld. 1992 Professor für Erziehungswissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 1992-1996 Mitglied des Akademischen Senats der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 1992 Mitglied des Konzils der Martin-Luther-Universität. Seit 1993 Mitglied des Landesschulbeirats Sachsen-Anhalts. 1994-2002 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), 1998-2002 Stellvertretender Vorsitzender. Seit 1995 Mitglied der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. 1995-1997 Mitglied der Enquete-Kommission "Schule mit Zukunft" des Landtages von Sachsen-Anhalt. 1995-2000 Mitglied des Ausschusses "Blaue Liste" des Wissenschaftsrates. 1996-2000 Gründungsdirektor des Instituts für Hochschulforschung (HoF) Wittenberg. 1999 Mitglied der 11. Bundesversammlung der Bundesrepublik Deutschland. 2000-2002 Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Seit 2002 Kultusminister in Sachsen-Anhalt.

Ute Erdsiek-Rave: "Neue Seiten an mir kennenlernen"



Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein

Online-Redaktion: Frau Erdsiek-Rave, was wollen Sie in Ihrem Sommerurlaub Neues entdecken?

Erdsiek-Rave: Warum die Lebensfreude in Italien so viel größer ist als in Deutschland. Und dann noch: mein Italienisch verbessern, Neuerscheinungen lesen, neue Menschen kennen lernen, vielleicht auch neue Seiten an mir selbst.

Online-Redaktion: Was können Kinder und Jugendliche in den Ferien lernen, was sie in der Schule nicht lernen können?

Erdsiek-Rave: Während der Ferien lernen Kinder in anderen Zusammenhängen, oft auch an anderen Orten. So kann ein Urlaub oder eine Ferienfreizeit das Interesse an einer Sprache, an der Geografie, an anderen Kulturen oder an einer Sportart wecken. Das kann den Ausschlag geben für schulisches Interesse, für Arbeitsgemeinschaften und Projekte. Vor allem können und sollten sie: Lesen! Lesen!

Angaben zur Person: Ute Erdsiek-Rave, geboren am 02. 01.1947 in Heide, verheiratet, ein Kind. 1966 Abitur, Studium der Germanistik an den Universitäten Bochum und Kiel, Wechsel zur Pädagogischen Hochschule Kiel, Staatsexamen; seit 1969 Mitglied der SPD; 1972-1974 Lehrerin; drei Jahre Auslandsaufenthalt in Stockholm, Arbeit in der Erwachsenenbildung (Volkshochschulen, Goethe-Institut Stockholm); seit 1977 Lehrerin in Schleswig-Holstein; 1983-1986 stellvertretende Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozial-demokratischer Frauen (AsF), Kreistagsabgeordnete im Kreis Rendsburg-Eckernförde, Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses; seit 02.10.1987 Mitglied des Landtages, 1988-1992 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, 1992-1996 Landtagspräsidentin, 1996-1998 Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion; seit 28.10.1998 Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein; seit 1999 Beauftragte des Bundesrates im Bildungsministerrat der Europäischen Union.

 

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