8. JULI 2009

Bildungsminister Rupprecht präsentiert positive Bilanz des Ganztagsschulausbaus im Land Brandenburg

Bildungsminister Holger Rupprecht zieht eine positive Bilanz. "Der Ganztagsschulausbau im Land Brandenburg ist eine Erfolgsstory: In den 90er Jahren gab es gerade mal 60 Gesamt- und Realschulen sowie 20 Förderschulen, die Ganztagsbetrieb anboten - im kommenden Schuljahr werden fast die Hälfte aller rund 740 allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft Ganztagsangebote unterbreiten."

Einen entscheidenden Schub habe der Ausbau durch das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) des Bundes erhalten, so Rupprecht. "Zum Start des Programms 2003 hatten wir uns das Ziel gesetzt, für 25 Prozent der Kinder in der Grundschule und für 33 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 7 bis 10 Ganztagsangebote zu schaffen. Dieses selbstgesteckte Ziel haben wir mittlerweile übertroffen: Heute nehmen rund 35 Prozent der Grundschüler und etwa 45 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I an Ganztagsangeboten teil."

Dabei gehe es aber nicht nur um Quoten und Zahlen, betont der Bildungsminister. "Ganztagsangebote sollen die Lernmöglichkeiten unserer Schülerinnen und Schüler verbessern, und wir wollen attraktive Lern- und Lebensorte schaffen, die verschiedenste Formen des Lernens verbinden und - vor allem in den dünn besiedelten ländlichen Regionen - die Erreichbarkeit jugendkultureller und sportlicher Angebote sichern. Und nicht zuletzt sollen sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern verbessern." Aus diesem Grund werde das Land den Ausbau von Ganztagsangeboten auch nach dem Auslaufen des IZBB-Bundesprogramms im vergangenen Jahr fortsetzen, macht Rupprecht deutlich.

In der Primarstufe unterbreiten in diesem Schuljahr 171 der 445 öffentlichen Grundschulen Ganztagsangebote, das sind etwa 38 Prozent. Insgesamt nehmen etwa 36.000 Grundschülerinnen und -schüler Ganztagsangebote wahr, das sind rund 35 Prozent der Schüler. Darüberhinaus unterbreiten auch 44 von 53 Grundschulen in freier Trägerschaft Ganztagsangebote.

In der Sekundarstufe I unterbreiten 122 der 215 öffentlichen weiterführenden Schulen Ganztagsangebote, das sind etwa 56 Prozent. Insgesamt nehmen etwa 24.000 Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen Ganztagsangebote wahr - das sind rund 45 Prozent der Schüler. Darüber hinaus unterbreiten 23 von 50 weiterführenden Schulen in freier Trägerschaft Ganztagsangebote. Zudem unterbreiten noch 23 öffentliche Förderschulen und eine freie Förderschule von insgesamt 103 Förderschulen ganztägige Angebote.

Nahezu alle Schulen - insgesamt 343 - haben in den vergangenen Jahren vom Bundesinvestitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) profitiert, das im vergangenen Jahr ausgelaufen ist. Das Land Brandenburg hatte über das IZBB-Programm 130 Millionen Euro erhalten. Zusammen mit den Eigenanteilen der Schulträger wurde im Rahmen dieses Programms ein Investitionsvolumen für den Ausbau von Ganztagsschulen in Höhe von rund 245 Millionen Euro eingesetzt. Mit den Mitteln wurden Schul- und Sportgebäude ausgebaut, Außenanlagen angelegt und teilweise auch Hortgebäude erneuert. Ein Teil der Fördermittel wurde für kleinere Projekte ausgereicht. Hierbei wurden 763 Einzelprojekte wie die Ausstattung von Arbeitsgruppen, die Einrichtung von Schulbibliotheken sowie die Nachrüstung mit PC- und sonstiger Technik mit rund 11,7 Millionen Euro gefördert.

Das Land Brandenburg stellt für Ganztagsangebote an öffentlichen Schulen zudem zusätzliches Personal in Höhe von 405 Lehrerstellen zur Verfügung. Die Schulen in freier Trägerschaft erhalten eine Zuweisung. Insgesamt stellt das Land somit jährlich rund 20 Millionen Euro für Ganztag bereit.

Im kommenden Schuljahr werden neun Grundschulen, vier Oberschulen und vier Gymnasien neu in das Ganztagsprogramm aufgenommen, in den folgenden Jahren wird der Ausbau fortgeführt. Für diese Schulen stehen auch investive Mittel aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter: www.bildung-brandenburg.de/index.php?id=28

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