6. APRIL 2009

Weiterbildungseinrichtungen und Landesregierung schließen Vereinbarung zur Qualitätsentwicklung im Ganztag

Vertreter von 19 Weiterbildungsorganisationen in Nordrhein-Westfalen, Schulministerin Barbara Sommer und Familienminister Armin Laschet haben eine Vereinbarung zur Qualitätsentwicklung im Ganztag unterzeichnet. Mit dem Übereinkommen werden erstmals gemeinsame Standards für die Fortbildung, Weiterbildung und Qualifizierung von Personal in Ganztagsangeboten festgelegt.

Schulministerin Barbara Sommer: "Ganztagsschulen sind offene Schulen. Sie sind eingebettet in das Leben der Stadt. Ganztagsschulen sind soziale Orte. Bürger, Handwerker, Sport- und Musikvereine, Künstler und Betriebe, Religionsgemeinschaften und die vielen Ehrenamtlichen sind eingeladen, sich in das Leben der Schule einzubringen. So werden Schülerinnen und Schüler wirklich auf das Leben vorbereitet, so können sie alle ihre Interessen und Neigungen entfalten. Denn die Schule der Zukunft ist mehr als eine Schule. Wo viele verschiedene Professionen Hand in Hand arbeiten, brauchen wir verbindliche Standards. Dafür sorgt die Vereinbarung mit den Weiterbildungsorganisationen. Sie sichert die Qualität von Fort- und Weiterbildung für den Ganztag."

Familienminister Armin Laschet: "Zentrale Grundlage des Ganztags ist die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Der Ganztag bietet der Jugendhilfe und anderen außerschulischen Partnern ein neues Tätigkeitsfeld. Die Wirksamkeit ihrer Arbeit kann durch die Kooperation mit Lehrkräften deutlich erhöht werden. Alle beteiligten Berufsgruppen können voneinander profitieren - zum Wohle der Kinder und Jugendlichen im Ganztag."

In der Vereinbarung werden Qualitätskriterien zur gegenseitigen Anerkennung von Weiterbildungsnachweisen festgeschrieben. Gleichzeitig werden gemeinsame Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Qualifizierungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungsangeboten verabredet.

Die Weiterbildungsorganisationen bieten zahlreiche Veranstaltungen für Fachkräfte im Ganztag an. In der offenen Ganztagsschule im Primarbereich (OGS) wirken bereits zahlreiche außerschulische Partner mit. Im gebundenen Ganztag der Schulen der Sekundarstufe I gibt es ab dem 1. August 2009 neue Möglichkeiten zur Beteiligung außerschulischer Fachkompetenz. Die gebundenen Ganztagsschulen können ab diesem Zeitpunkt bis zu ein Drittel ihrer Lehrerstellen für die Mitarbeit außerschulischen Personals verwenden. Die erforderlichen Erlassänderungen liegen zurzeit den Verbänden zur Stellungnahme vor.

Die Weiterbildungsorganisationen sprechen gleichermaßen Personen mit und ohne pädagogische Vorbildung an. Die Angebote richten sich an Fachkräfte, die spezifische fachliche Angebote im Ganztag durchführen wollen (zum Beispiel Sport, Musik, Kunst, Handwerk), sowie an Personen mit Leitungs- und Koordinationsfunktion im Ganztag.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Weiterbildungsveranstaltungen erhalten zukünftig Weiterbildungsnachweise, die in einem neuen "Weiterbildungspass GanzTag" gesammelt werden können. Die Nachweise werden von den Unterzeichnern der Vereinbarung gegenseitig anerkannt.

Die Vereinbarung sichert die landesweite Vergleichbarkeit der Angebote. Hierzu bietet das Land über die Serviceagentur "Ganztägig Lernen" Nordrhein-Westfalen in Münster Austauschforen für Dozentinnen und Dozenten an. Das erste Forum findet am 28. April 2009 in Köln statt (mehr dazu unter www.ganztag.nrw.de).

Die Serviceagentur hat darüber hinaus gemeinsam mit Einrichtungen aus Berlin, Brandenburg, Bremen und Rheinland-Pfalz 28 Fortbildungsmodule entwickelt, die jetzt in den Weiterbildungseinrichtungen erprobt und weiterentwickelt werden können. Die Kriterien der Anerkennung orientieren sich auch an dem von der Serviceagentur erarbeiteten Selbstevaluationsinstrument QUIGS, das im Sommer 2009 in einer zweiten überarbeiteten Auflage erscheint.

Weitere Informationen unter www.schulministerium.nrw.de(dort unter Ganztag).

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