12. SEPTEMBER 2008

5. Ganztagsschulkongress - der Themen-Service

Der 5. Ganztagsschulkongress des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK), der in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) am 12. und 13. September 2008 in Berlin stattfindet, steht unter dem Motto "Schule gemeinsam gestalten - Partizipation an Ganztagsschulen". Zu diesem Anlass haben wir als besonderen Service für Sie wie stets alle Artikel und Interviews, die wir diesem Thema bereits gewidmet haben, zusammengestellt.

 Mitwirkung mit Wirkung

Die Demokratieskepsis  unter Jugendlichen wächst. Für viele ist Demokratie ein völlig abstrakter Begriff. Um sie erlebbar werden zu lassen, muss Demokratie erlernt werden - je früher, desto besser. In Bremen bietendas Landesinstitut für Schule, die Jugendbildungsstätte Lidice Haus und die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Bremen gemeinsam die Fortbildung "Mitwirkung mit Wirkung - Partizipation von Jugendlichen in der Schule" an, um Pädagoginnen und Pädagogen mit methodischem Handwerkszeug für die Partizipation von Jugendlichen in der Schule auszurüsten.


 "Am Muthe hängt der Erfolg" (Fontane)

Schließen sich eine konsequente Schulleitung und eine demokratische Schule, die die Schülerinnen und Schüler an der Lernorganisation beteiligt, aus? Im Gegenteil, so Ditmar Friedrich, Schulleiter des Fontane Gymnasiums Rangsdorf (Brandenburg). Im Rahmen unserer Reihe "Ein Tag im Leben eines Schulleiters" führt er aus, dass die moderne und effiziente Leitung einer Ganztagsschule nicht nur bessere Lernergebnisse durch Partizipation der Schülerinnen und Schüler ermöglicht, sondern den Pädagogen wieder die Leidenschaft an ihrer Profession zurückgibt.


 "Viele Erwachsene vermuten, dass junge Menschen zu so etwas gar nicht fähig sind."

Partizipation fällt den Schülerinnen und Schülern nicht in den Schoß. Wenn die Schülervertretung nicht recht in die Gänge kommt oder die Gestaltungsspielräume auf der Schulkonferenz von den Schülerinnen und Schülern nicht genutzt werden, kann das auch an einem Mangel an Wissen über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten liegen. Mathias Labisch, Schüler-Mitwirkungsmoderator und frisch gebackener Abiturient, erläutert in einem Gespräch mit der Online-Redaktion, wie sich  Fortbildungen für Schülerinnen und Schüler und Peer-to-Peer-Trainings bezahlt machen.


 "Partizipation kann Schule zu einem Lebensort machen"

Welches Potenzial für Partizipation bringt die Kinder- und Jugendarbeit in Ganztagsschulen ein? Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Erziehungswissenschaftler der Universität Hamburg und Experte auf dem Ganztagsschulkongress am 12. und 13. September 2008 in Berlin, erläutert im Interview, welchen Beitrag Mitbestimmung und Demokratisierung zur Gestaltung von Schule als Lern- und Lebensraum leisten können.


 "Knapp bemessene Zeit behindert Partizipation"

Prof. Dr. Hans Brügelmann von der Universität Siegen forscht zu den Themen Demokratie und Partizipation an Schulen. Derzeit startet sein neues Forschungsprojekt "Partizipation an Ganztagsgrundschulen". Im Interview äußert sich der Erziehungswissenschaftler zur Forschungslage und den bisher gewonnenen Erkenntnissen in Sachen Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern in Schulen.


 Neue Lernkultur durch selbstgesteuertes Lernen

Für die 4. Thüringer Sommerakademie, die vom 10. bis 12. Juli 2008 in Bad Berka stattfand, hatten das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) und die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Thüringen das Jahresthema 2008 "Partizipation" zum Programm gemacht: "Demokratie lernen und leben - Erleben einer neuen Lernkultur" hieß die Überschrift der Veranstaltung, die selbst mit einer individualisierten Lernkultur aufwartete.


 Demokratie und Partizipation in Sachsen

Demokratie kann Berge versetzen, denn sie entfaltet die Kräfte und die Weisheit der Vielen. So kam der Fachtag "Von Rotzlöffeln und meckernden Eltern...durch Partizipation zur demokratischen Schule!", der am 4. Juli 2008 in der Dreikönigskirche in Dresden stattfand, gerade recht. Er verdeutlichte, dass Demokratie mehr ist als die Anwendung bestimmter Methoden und demokratischer Verfahren. Kinder werden bereits in der Vorschule und insbesondere in den Ganztagsschulen auf das Abenteuer der Res Publica eingestimmt.


 "Hier kann etwas Neues entstehen"

Welche Rolle spielt Partizipation in Schulen? Bereitet die Lehrerausbildung auf dieses Thema vor? Kann an Ganztagsschulen demokratische Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern besser verwirklicht werden? PD Dr. Thomas Coelen, Erziehungswissenschaftler an der Universität Siegen und Mitglied in der Jury des Wettbewerbs "Zeigt her eure Schule", beantwortet diese und weitere Fragen zum Jahresthema 2008 "Partizipation an Ganztagsschulen".


 "Meine Traumschule, die ferrückte Schule"

"SCHÜLERBETEILIGUNG groß geschrieben", so lautete eine Fachtagung, die am 17. Juni 2008 im Alten Rathaus in Potsdam stattfand. Das ließen sich die Schülerinnen und Schüler nicht zweimal sagen, so dass sie auf der gut besuchten Veranstaltung sogar die Überzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten. Dabei kamen nicht nur die Schülerprojekte zu Wort, sondern auch die erwachsenen Experten, die das große Potenzial der Schülerpartizipation in Brandenburg herausstellten.


 Partizipation macht Spaß

Rund 120 Ganztagsschulen hatten sich im Wettbewerb "Zeigt her eure Schule" 2007/2008 der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Bundesministerium für Bildung und Forschung engagiert, 42 hatten am Ende Bewerbungen eingereicht, die Jury kürte acht Preisträgerschulen. "Beteiligung. Gemeinsam gestalten" lautete das Motto, und die am 27. Mai 2008 in Berlin ausgezeichneten Schulen bewiesen, wie vielgestaltig Partizipation aussehen kann.


 "Partizipation bedeutet, die Kinder ernst zu nehmen"

Die Schülerin Sophie Heydenreich und der Schüler Maximilian Plümer von der ecolea - Internationale Schule Rostock haben an ihrer Schule ein Wörtchen mitzureden. Obwohl sie eine ganz normale Schülerlaufbahn verfolgen, haben sie bereits eine klare Vorstellung davon entwickelt, wie Partizipation ihre Zukunftschancen beeinflusst. Mehr Verantwortungsübernahme an der Ganztagsschule stärkt ihr Selbstbewusstsein. Auch das Schüler-Lehrerverhältnis wird dadurch belebt, was dem Schulerfolg und der Zukunft der Kinder und Jugendlichen zugute kommt.


 "In der Schule mitbestimmen und das eigene Leben gestalten"

Die Freude an demokratischer Beteiligung kann bei Schülerinnen und Schülern nicht früh genug geweckt werden. Ganztagsschulen bieten zeitlich und konzeptionell gute Voraussetzungen für Partizipation. Eine solche Teilhabe hilft, Ganztagsschulen zu Lern- und Lebensorten zu machen. Anna-Lena, 16 Jahre, und Helena, 14 Jahre, die als Schülervertreterinnen des Pamina-Schulzentrums Herxheim auch am 3. Netzwerktreffen der Modellschulen für Partizipation in Landau teilgenommen haben, erläutern in einem Gespräch mit der Online-Redaktion, warum Partizipation stark und selbstbewusst macht.


 Der Charme des 3. Netzwerktreffens der Modellschulen für Partizipation

Partizipation in der Schule bedeutet die (institutionalisierte) Beteiligung der Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern an den Handlungen und Entscheidungen der Schule. An der Freien Montessori Schule Landau dürfen Schülerinnen und Schüler teilweise sogar bei den Lernzeiten und Unterrichtsinhalten mitbestimmen - im Rahmen der betreuten Freiarbeit. Der Zauber der Schülerbeteiligung und Demokratie erfasste auch viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des landesweiten Netzwerks der Modellschulen für Partizipation, als es am 16. April 2008 in der Freien Montessori Schule sein drittes Netzwerktreffen veranstaltete. Ein Portrait der Freien Montessori Schule Landau samt Ausblick auf die Perspektiven des regionalen Netzwerkes Partizipation.


 Mit Anerkennung und Wertschätzung für eine demokratische Schulentwicklung

Auf dem Ganztagsschulkongress am 12. und 13. September 2008 in Berlin werden die Mitwirkungsmöglichkeiten von Schülern und Eltern an Ganztagsschulen im Mittelpunkt stehen. Am 14. und 15. Dezember 2007 diskutierten Pädagogen, Schüler und Eltern auf der Fachtagung "Demokratische Schulentwicklung" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des SV Bildungswerks in Bad Hersfeld, wie sich Beteiligung an Ganztagsschulen initiieren, begleiten und ausbauen lässt.


 Der Balanceakt Partizipation

Ganztagsschulen bieten einen günstigen Rahmen zur Realisierung von selbstständigem und selbstverantwortlichem Lernen. Auf dem 2. Bremer Ganztag "Selbstbestimmtes Lernen" der Serviceagentur "Ganztägig lernen" am 10. und 11. Oktober 2007 zeigten Workshops, Vorträge und Schulbeispiele Aspekte und Instrumente des selbstbestimmten Lernens auf.


 Partizipation mit Tastatur und Bildschirm

In dem Online-Projekt "Schools´r us" sind finnische und deutsche Schülerinnen und Schüler die Protagonisten. Bei diesem Projekt der Servicestelle Jugendbeteiligung sollen gute Partizipationsideen aus beiden Ländern vorgestellt, diskutiert und bekannt gemacht werden. Finnische und deutsche Jugendliche stellten "Schools ´r us" auf dem 4. Ganztagsschulkongress am 21. und 22. September 2007 in Berlin vor.


 Wie Kinder und Jugendliche "Lokale Bildungslandschaften" gestalten

"Lokale Bildungslandschaften" sind auf die Partizipation der Kinder und Jugendlichen angewiesen. Die Online-Redaktion sprach mit Vincent Steinl vom SV Bildungswerk darüber, wie sich die Jugendbeteiligung im Vorfeld des Kongresses entwickelt hat und welche Perspektiven sich über den Kongress hinaus eröffnen.


 Eltern erwünscht!

Mit Eltern zusammenarbeiten, gemeinsam Ganztagsschule gestalten, sie an den schulischen Erfahrungen der Kinder beteiligen - dies kann ein weiterer Baustein sein, Schule zu einem Lebensort zu machen, der sich Erfahrungen und Impulsen von außen öffnet. Ganztagsschulen können die Kompetenzen und Interessen der Eltern nutzen. Wie aber kann die Beteiligung von Eltern in der offenen Ganztagsschule aussehen? Was gibt es für Formen, Methoden und Konzepte, um Eltern einzubinden?


 Modellschulen für Partizipation

Partizipation ist ein Qualitätsmerkmal guter Ganztagsschulen. Die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Rheinland-Pfalz unterstützt Schulen, die sich für mehr Partizipation engagieren, und hat deshalb ein Netzwerk von Ganztagsschulen aufgebaut, das sich durch besonders erfolgreiche Beteiligungsmöglichkeiten für Schüler und Eltern auszeichnet. Am 26. Juni 2007 trafen sich diese Modellschulen in Speyer zum Etrfahrungsaustausch.


 Eine Verschwörung für die Demokratie

Als Antwort auf Politikverdrossenheit, Demokratieskepsis und politischen Extremismus in der Jugend etablierten der Bund und 13 Bundesländer 2002 das BLK-Programm "Demokratie lernen und leben", das dazu beitragen sollte, in 170 Schulen demokratische Elemente zu verankern. Zum Abschluss des auf fünf Jahre angelegten Programms zogen die Verantwortlichen und Beteiligten am 2. und 3. März 2007 auf einer Konferenz in Berlin Bilanz.


 "Schülerinnen und Schüler sind der Motor für Ideen"

Ganztagsschulen leben nicht vom Unterrichtsangebot oder den Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag allein. Die Partizipation der Schülerinnen und Schüler, die auch Teil des Begleitprogramms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen" ist, trägt maßgeblich zur bundesweiten Akzeptanz der Ganztagsschulen bei. Projektleiter Benjamin Gesing von der Servicestelle Jugendbeteiligung, der Ende 2006 ins
Bundesjugendkuratorium berufen worden ist, berichtet im Interview über die zahlreichen Aktivitäten und Erfolge der Servicestelle im vergangenen Jahr und verrät einige Pläne für 2007.


 Politik und Partizipation in der Ganztagsschule

Demokratielernen ist aktuell. Für Fragen der Integration von Minderheiten, zum Nutzen der Partizipation oder zu den Regelwerken der parlamentarischen Demokratie ist die außerschulische politische Jugendbildung Spezialist. Die Fachtagung "Politik und Partizipation in Ganztagsschulen" in Bonn widmete sich diesen Themen. Sie war ein Streifzug durch die Polis Schule mit vielen bedenkenswerten Ergebnissen.


 Rheinland Pfalz für neues Lernen und Partizipation

Rhythmisierung, Partizipation und Elternbeteiligung waren die heiß diskutierten Themen am 30. Januar 2006 auf dem Ganztagsschultag "Neues Lernen - Ganztagsschule erleben" im Mainzer Gymnasium Theresianum. Knapp 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich unmittelbar über die Möglichkeiten von Ganztagsschulen informieren. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen sieht kein Ende des Ganztagsschulbooms, denn: "Der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt."


 Soziale Kompetenzen und demokratische Schule

Soziale Kompetenzen zählen zu den so genannten "soft skills" (weiche Kompetenzen). Sind sie damit Kompetenzen zweiten Ranges, wie manch einer immer noch glauben mag? Spätestens wenn PISA 2009 auch den Bereich der sozialen Kompetenzen erfassen wird, könnte sich das als folgenreiches Vorurteil erweisen. Mit der Fachtagung "Soziale Kompetenz - Für erfolgreiches Lernen und demokratisches Handeln" am 22. November 2005 in Berlin blickte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in die gar nicht so ferne Zukunft.


 Zukunft selber machen

Betriebsblindheit kommt auch in Schulen vor. Um Fehlentwicklungen und Potentiale aufzuzeigen, kann eine Supervision mit externen Beratern hilfreich sein. Die Schule am Roten Berg, eine Haupt- und Realschule im niedersächsischen Hasbergen, öffnete sich und ließ zehn Jugendliche der Servicestelle Jugendbeteiligung und des Bundesarbeitskreises "Schüler gestalten Schule" vom 4. bis 6. Juli 2005 eine "Mobile Zukunftswerkstatt" unter ihrem Dach veranstalten.


 Kinder und Eltern machen Schule

Dass Eltern besser in die Ganztagsschule einbezogen werden und mehr mitarbeiten, wird häufig gefordert. Manche Pädagogen sehen darin sogar eine Voraussetzung, damit die Ganztagsschule funktioniert. Doch oft ist es gerade in einem sozial problematischen Umfeld schwierig, Eltern zur Kooperation mit der Schule zu bewegen.

 

Autor: Ralf Augsburg
Datum: 12.09.2008
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